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Alt 12.03.2008, 13:03
rike48 rike48 ist offline
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Böse Austherapiert und ausgeliefert?

Manu (PrinzessinAqua) schrieb in einer Antwort, der Soziale Dienst habe sich im Krankenhaus gekümmert. Einen solchen scheint es nicht überall zu geben oder er zeigt sich nicht.
Die Situation, wenn die behandelnde Klinik über 100 km entfernt ist und diese auch nicht mit dem Hausarzt zusammenarbeitet, dieser auf die Klinik verweist und nirgendwer etwas koordiniert, ist einfach unsäglich. In der Klinik gibt es keinen festen Ansprechpartner, an den sich der Patient wenden könnte.
Bei meinem Vater, der vor 6 Wochen gelasert wurde, hat dieser Vorgang die in ihn gesetzte Hoffnung nicht erfüllt. Die vorhandenen Schluckbeschwerden wurden kaum gebessert und 14 Tage danach stellt sich bis jetzt die Situation so dar, das mittlerweile gar nichts mehr geschluckt werden kann. Vorher war es wenigstens noch möglich, kleine Mengen zu essen und zu trinken. Jetzt geht gar nichts mehr und es gibt Probleme mit Schleim, der ständig abgehustet werden muss, eine Quälerei für den Patienten. Wie es alle Angehörigen hier kennen, steht man hilflos daneben und muss das Leiden miterleben, kann nicht helfen, kann es dem geschwächten Menschen nicht abnehmen.
Die Klinik will nach Anruf und Mitteilung der Beschwerden einfach noch einmal lasern. Dabei hat es ja schon beim ersten Mal nicht geholfen und nur Kräfte gekostet, zwei Vollnarkosen waren zu überstehen. Außerdem hat es Gewicht gekostet, weil in der Klinik die Schwestern dem Patienten nicht die Spritze für die Magensonde gegeben haben, das sollte er selbst machen. Das hat natürlich nicht so geklappt, weil er zu Hause dabei Unterstützung hat.
Dass der Patient kein weiteres Mal gelasert werden möchte nach dieser Erfahrung scheint nicht zu interessieren. Er hat ja keine Kraft mehr. Nochmal eine Woche Krankenhaus, danach wird er wohl nicht mehr auf den Beinen stehen können.
Soll man sich da jetzt lieber den schnellen Tod wünschen und sagen, endlich erlöst? Aber er hängt ja so sehr am Leben und man wird ihn noch früh genug vermissen!

Es ist wirklich schrecklich, dass es in einer Klinik keinen festen Ansprechpartner gibt, der auch die sozialen und psychischen Aspekte einbezieht. Man hat das bittere Gefühl, er zählt zur Kategorie Kassenpatient und hat das durchschnittliche Sterbealter für Männer erreicht, wozu sich also noch Mühe geben? Lasern spült nochmal Geld in die Kasse der Klinik, aber ihn jetzt so zu begleiten und nur noch Schmerzen und Beschwerden ohne zehrende Eingriffe zu lindern scheint nicht angesagt zu sein. Eine bittere Realität.
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