AW: Austherapiert und ausgeliefert?
Liebe Rike,
das sind ja Zustände in der Klinik. Tut mir sehr leid.
Bei meinem Vater wurde zwar nicht gelasert, aber die Beschwerden mit dem Schlucken hatte er auch, allerdings nach den Bestrahlungen. Erst ging noch ein bisschen durch, dann nicht mal mehr sein eigener Speichel. Ihm wurde dann ein Port gesetzt und künstlich ernährt.
Wenn die Zustände in der Klinik so schimm sind, würde ich mich mit der Krankenkasse in Verbindung setzen. Es kann ja nicht sein, dass Dein Vater dort als Versuchskaninchen eingesetzt wird. Es gibt doch auch eine Beschwerdestelle, allerdings weiß ich nicht, wie sie heißt. Auf sich beruhen lassen würde ich es auf jeden Fall nicht. Auch Kassenpatienten sind Menschen und sollen als solche behandelt werden.
Als mein Vater in der Uniklinik Magdeburg lag, hatten wir auch einige Probleme. Z.B. hat mein Vater begleitend zur Chemo nur Medikamenten gegen Reiseübelkeit bekommen. Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Ich bin dann gleich zum Stationsarzt und habe meiner Wut freien Lauf gelassen. Kann ja wohl nicht sein. Ich habe auch gleich mit weiteren Schritten gedroht. Götter in Weiß ist ja wohl überholt und jeder Patient hat ein Recht auf die optimale Behandlung. Danach lief alles wie am Schnürchen. Jeden Tag war dann der Arzt für mich zu sprechen. Hat meinem Vater allerdings nicht mehr so viel genützt, denn die Nebenwirkungen durch die Chemo waren schon so stark, dass dann die "teuren" Mittel auch nichts mehr gebracht haben. Das hat ihn 12 kg Gewichtsabnahme gekostet.
In der Dessauer Klinik war es ganz anders. Da war immer jemand für uns da, von Anfang an. Dort waren die richtigen Medikamente gegen die Nebenwirkungen auch Standard. So sieht man, dass es nicht immer auf die Größe der Klinik ankommt.
Ich wünsche Deinem Vater, dass es bald bergauf geht. Lasst Euch nichts gefallen, kämpfe für eine optimale Behandlung Deines Vaters. Viel Glück!!!
Liebe Grüße
Viola
__________________
|