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Alt 25.08.2003, 16:49
Gast
 
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Standard Malignes Melanom

Hallo Claudia,

ich hatte Angst, aber ich war innerlich irgendwie gelähmt.
Ich konnte nicht einmal weinen. Ich habe wohl immer die Hoffnung in mir
tragen und wollte es nicht warhaben das nun vielleicht bald alles vorbei sein könnte. Im Nachhinein, als der Oberarzt persönlich vorbeikam..
einen Abend früher als geplant.. und mir die gute Nachricht brachte,
habe ich auch erst später gemerkt, was für ein großes Glück ich doch hatte. Wenn ich so darüber nachdenke, war/ist es eine schlimme
Erfahrung.. vor allem die OP werde ich niemals vergessen.. ohne
Narkose.. nur örtlich betäubt und ohne Beruhigungsmittel.. ich
habe am ganzen Leib gezittert und versucht still zu liegen.. nicht in
Tränen auszubrechen während an mir herumgezerrt wurde..
Natürlich habe ich immernoch Angst.. jedes Mal wenn ich daran denken
muss, was wohl bei der nächsten Untersuchung herauskommen wird..
Meine Eltern sind für mich da..
Wie es jetzt weiter geht? Tja, ich denke nicht viel darüber nach.. ich
lebe wie bisher.. vielleicht unbewusst intensiver als zuvor..
aber es ging alles so schnell.. das harmlose Herausschneiden des
Muttermals, dessen Narbe fast verheilt war als die Diagnose kam das es nicht gutartig war.. der Termin im ZK.. die Untersuchungen, die OP und schließlich die gute Nachricht.
Vielleicht denke ich auch nicht darüber nach, da sich mein Leben momentan auch privat verändert. Ein paar Tage nach der Untersuchung kam das Ergebnis meiner Abschlussprüfung.. bestanden :-)
Dann war ich ca 3 Wochen krank geschrieben.. nun suche ich einen neuen Arbeitsplatz, da ich wegen der "wirtschaftlichen Lage" nicht übernommen
werden kann.

Das Leben ändert sich schneller als man denkt..
das ist nun mir und meinen Verwandten (sogar aus Kroatien und aus dem Osten.. sie hatten mich im Krankenhaus angerufen) und meinen Freunden
und Bekannten.. nach diesem Erlebnis klar geworden.

Xenia
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