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Alt 05.05.2008, 09:11
Benutzerbild von annika33
annika33 annika33 ist offline
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Standard AW: Meine Mutter auch - ich brauche bitte eure Hilfe!

Hallo Blümchen, hallo Didi und hallo an alle anderen hier ,

ich hoffe, dass es Deiner Mama bald wieder besser geht, Blümchen. Die Chemo haut voll rein. Meine Mutter leidet auch an Kreislaufproblemen, Übelkeit und am meisten wohl daran, feststellen zu müssen, dass sie einfach viele Dinge zur Zeit gar nicht alleine bewältigen kann.

Am Freitag kam ich mit den Kindern vom Einkaufen nach Hause, als mein Mann mir sagte, dass meine Mutter angerufen hätte und ich unbedingt zurückrufen solle. Am Telefon war Uwe, und er sagte mir sie würde seit dem Mittag nur im Bett liegen und weinen - unaufhörlich. Ich habe sie dann trotzdem irgendwie an den Hörer bekommen, aber sie konnte sich kaum beruhigen. Bin dann hingefahren um nach ihr zu sehen. Sie hat so feste geweint. Was soll ich sagen, habe ich gedacht. Warum weinst Du ??? Warum geht es Dir so schlecht ??? Ich hab sie gedrückt und einen ganz kurzen Moment lang hätte ich so mitheulen können. Aber da ihr das wohl kaum geholfen hätte, habe ich ihr Mut gemacht und sie getröstet. Sie sagt, dass es für sie so (Zitat-->) ein beschissenes Gefühl ist, auf einmal förmlich ausgeknockt zu sein. Die kleinsten Kleinigkeiten sind ihr einfach zu viel. Sonst, Vollzeit berufstätig und den Haushalt nebenbei schmeissend, und mit einem Male im Bett liegend und noch nicht mal in der Lage sich stellenweise selbst ein Glas Wasser zu holen. Sich bewußt zu werden, was die Krankheit/Chemo alles mit sich bringt, außer den körperlichen Erscheinungen ist glaub ich ebenso schlimm.

Sie sagte, sie müsse auch mal raus aus ihrer derzeitigen Umgebung. Also ...ratzfatz Tasche gepackt, gewaschen, angezogen und mit zu uns. Da hat sie dann von FR auf SA bei uns übernachtet. Und es war richtig spitze. Die Kinder waren überglücklich (besonders der Große) und als die Oma dann abends noch was vom Italiener wollte haben wir dann alle zusammen Pizza gemümmelt und einen richtig schönen Abend gehabt. SA war sie dann zwar geschafft als mein Mann sie mittags nach Haus gefahren hat, aber das "Angstmonster", dass sie sonst oft in ihren Träumen heimsucht, war bis jetzt nicht mehr da. Der Seele hat es gut getan.

@ Blümchen...ich finde es toll, wie Du Dich um Deine Mama sorgst und kümmerst. Da sie offenbar alleine lebt, ist es für Dich natürlich auch eine große Belastung, wenn Du Beruf und Privat derweil in dieser Form unter einen Hut bringen musst. Ich wünsche Dir von Herzen, dass es sich für Dich und Deine Mama bestmöglich in Einklang bringen lässt. Was den Begriff der palliativen Medizin anbelangt...Krankheiten wie Zucker oder ähnliches werden ja auch nur palliativ behandelt, weil kurative Behandlungen auch in diesem Fall nicht möglich sind. Keine Frage - wenn ich wählen müsste zwischen Krebs und Diabetes, würd ich Letzteres nehmen. Heilbar ist das nicht, was unsere Mütter haben - keine Frage - aber schlussendlich kann niemand vorhersagen, was wann in welcher Form bei jemandem greift. Von daher darf man einfach nicht aufhören zu hoffen, auch wenn die Angst immer im Nacken sitzt und das Hoffen manchmal schwer werden lässt.

Ganz liebe Grüße

Annika
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