Liebste Linnea!
Och Mensch


!
Weißt Du, es ist ja bei Dir eine extreme Situation, in der Du nun bald schon 1 Jahr drin steckst. Mit voller Wucht aus dem ganz normalen Leben hinausgeworfen, das ist schon hart. UNd dann noch die Sorge und letztendlich die Trauer um Deinen Papa, die Sorge, wie Deine Familie all das verkraftet, was Ihr zu tragen habt und letztendlich die Konfrontation immer wieder auf´s Neue mit dem Krebs. Wenn dann Dein Herz nicht mitmacht, dann kommt das Gefühl der tiefen Traurigkeit und sicherlich auch Angst, denn man wünscht sich so sehr, daß alles einfach in diesen "normalen" Bahnen läuft, daß man Therapie für Therapie abhaken kann und nicht immer wieder neu überdenken, verwerfen. Irgendwie möchtest Du sicherlich diesen Abschnitt beenden und Dich dann auf das konzentrieren, was da kommt: Das Leben! Und liebe Linnea, es ist wirklich nicht verwunderlich, sondern eher sehr gesund, wenn Du weinst und traurig bist.
Wenn ich könnte, würde ich Dir viel mehr geben als Zeilen. Glaub´mir, ich bin manchmal richtig böse auf diese eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten!
Ich drücke Dich und denke ganz fest an Dich!
Deine Leena
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am 02.05.2006 Rektum-Ca-Diagnose, Chemo+Bestrahlung, OP im August 2006, danach von 11/06 bis 02/07 adjuvante Chemo, Anlage eines Ileostomas, Rückverlegung in 01/09
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