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Alt 11.06.2008, 22:24
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Linnea Linnea ist offline
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Registriert seit: 18.07.2007
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Standard AW: Hodgkin - mein neuestes Sammlerstück

liebe louise, liebe flautine, liebe leena, lieber michael, liebe sandra, liebe anja, liebe angie, liebe katinka und ihr anderen lieben,

vielen dank für eure liebn grüße, wünsche und nachfragen!

tja, wie geht es mir? ich bin ziemlcih müde, sehr unkonzentriert und angestrengt. da kommt bestimmt vieles zusammen: das ganze letze jahr, die extrem anstrengende letzte woche, die hitze (ich bin so ein hitzeempfindlicher mensch: wenn bei diesem wetter jemand "süditalien" sagt, muß ich in gedanken gleich "norwegen" hinterherschicken, sonst macht mein kreislauf schlapp) ... und die starhlentherapie eben.

verglichen mit der chemo-therapie halten sich die sonstigen körperllichen beschwerden dabei in grenzen: nach der bestrahlung habe ich lange überhaupt keijnen appetit (also esse ich vorher, so gut es geht), natürlich leidet die mundschleimhaut besonders (ich pflege sie kräftig in deer hoffnung, daß sie einiegrmaßen heile bleibt) und die bestrahlten hautpartien am hals und am schlüsselbein werden vorschriftsmäßig geschont bzw. gepflegt. alles nicht so wild, sollte man meinen.

trotzdem macht mir die strahlentherapie irgendwie anders psychisch zu schaffen als die chemo: sicherlich spielt da hinein, daß sie jetzt am ende einer langn behandlungszeit liegt. aber das ist es nicht allein. ich versuche immer, an medizinisch-technische notwendigkeiten rational heranzugehen, und medizinische großgeräte beeindrucken mich sonst nicht sonderlich. aber in bezug auf die maske und die damit verbundene fixierung gelingt mir das nur bedingt. die fünf minuten, welche die bestrahlung täglich dauert, sind auszuhalten, und meistens rette ich mich mit gedichten über diese zeit hinweg. aber der moment, in dem die maske mit mir an dem tisch befestigt wird, finde ich sehr beklemmend und scheußlich. meist fühle ich mich dann urplötzlich sehr ausgeliefert. nach allem, was sonst schon so war, mag das viellicht albern klingen, aber irgendwie macht mir das zu schaffen. heute habe ich meinem psychotherapeuten so lang nur davon erzählt, daß ich selbst erstaunt war

ja und sonst? ih mache mir ein bißchen sorgen um meinen großen. seit ich am wochenende erwähnte, daß ich nach der bestrahlung wieder eine ahb antreten werde, ist er ein bißchen neben der kappe und kann sich in der schule offenbar nicht gut konzentrieren. beim letzten mal war ich ja letztlich 6wochen richtig weit weg. das ist natürlich schrecklcih lange - für ihn sicherlich noch viel länger als für mich trotzdem wäre es geradezu fahrlässig, wenn ich jetzt keine ahb machen würde. besonders mein herz ist ziemlich schlecht drauf. die erholungszeit nach der myokarditis war einfach zu kurz, so daß jetzt typische belastungsschäden aufgetreten sind. mein kardiologe hält einige der momentanen probleme für reversibel unter der voraussetzung, daß die nächsten 6-9 monate konsequent belastungsarm vonstatten gehen. und ein monat ahb wäre dafür vermutlich ein guter start... eine mutter-kind-kur traue ich mir momentan, ehrlich gesagt, nicht zu...

morgen vormittag werde ich in der klinik in die ahb-sprechstunde gehen, damit die sache endlich auf den weg kommt. außerdem wird vorher mein arm noch geröntgt. könnte ja sein, daß der knochen doch schon geheilt ist...

so ihr lieben, mehr zu schreiben, schaffe ich gerade nicht, mein kopf mag nicht mehr.

ich wünsche euch allen noch einen schönen abend, auch wenn sich das glück bei einigen von euch da noch eine menge einfallen lassen muß, damit daraus etwas wird!

seid alle ganz lieb gegrüßt von
eurer linnea
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Einen Menschen zu lieben heißt:
Ihn zu sehen wie Gott ihn gemeint hat.
Liebe ist das Geheimnis der Brotvermehrung.
- Christine Busta -
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