AW: Kleinzeller mit Hirnmetstasen, wer weiß Rat?
Liebe Anja,
nach den ganzen Schreckensnachrichten, die vor allem Dich als "Neuankömmling" sicher verunsichert haben, möchte ich Dir auch ein bißchen von meiner Mom erzählen. Auf die Details gehe ich jetzt nicht ein, die habe ich schon unter "Lebenslauf kleinzelliger Lungenkrebs SCLC" verfasst. Aber meine Mom ist jetzt 49 (im Oktober 50) und verträgt bisher die Behandlung recht gut. Sie hat die Diagnose vor einem Jahr bekommen, inzwischen hatten wir einige erfolglose Therapien hinter uns und es sind Metastasen da. Bisher aber Gott sei Dank keine in Leber, Niere, Milz, Knochen, Hirn. Betroffen sind ein Lungenflügel (wobei sich auch auf dem anderen Schatten zeigen), ein Lymphknoten an der Hauptschlagader, einer zwischen Luft- und Speiseröhre. Außerdem hat sie eine Metastase die sich um einen Bronchus gelegt hat.
Das klingt nieder schmetternd, ich weiß. ABER: Meine Mutter ist soweit in einer "guten" Verfassung. Sie ist kurzatmig und hustet viel. Sie schläft leider fast nie durch und das schlaucht. Ansonsten ist sie meine Mutsch wie sie immer war. Es gab natürlich schon viele traurige Momente. Und wir haben auch Angst (wie Du es in Gwendas Thread geschrieben hast) vor dem, was kommen mag. Aber im Moment - und das zählt - sind wir froh das Gefühl zu haben dass der jetzige Chemo Cocktail zu wirken scheint. genau wissen wir das nicht, aber die Atmung ist erheblich leichter geworden. Und das alleine ist schon Gold wert. Ihr Mann hat nächste Woche GEburtstag. Unglücklicherweise bekommt sie gerade in der Woche Chemo. Am WE ist dann eine Feier mit einer großen Überraschung (kann ich jetzt nicht schreiben weil ich nicht genau weiß, ob er es liest). Und was soll ich sagen. Die Kriegsstreifen sind dick ins Gesicht gemalt und wir kämpfen was das Zeug hält. Natürlich kämpft eigentlich nur meien Ma, aber das ein oder andere Mal kann ich ihr zumindest den Rücken frei halten.
Der Geburtstag wird ne Wucht, da bin ich sicher. Wir hangeln uns halt so weiter von Ereignis zu Ereignis. Meiner Mom habe ich gestern davon erzählt, was ich zu den Kontrollen geschrieben habe. Sie sagt, am Anfang wollte sie auch mehr Kontrolle. Aber jetzt hat sie die Nase voll von schlechten Ergebnissen. Sie ist ja aktiv, bekommt Chemo und mehr geht leider nicht. Wenn eins der Dinger Ärger macht ist es immer noch früh genug. So ihr Original Ton. Aber dann ist natürlich auch so schnell wie möglich dagegen zu kämpfen. Bis dahin arbeitet sie lieber mit dem was ihr ohnehin schon ausreicht.
Also schieb alle Durchschnittszahlen auf Seite, wir haben sie ja auch schon gesprengt und es geht ihr wirklich, wirklich gut. Lies nicht zuviel, lass auch mal sacken.
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Liebe Grüße - Bibi
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Dankbarkeit
ist die Erinnerung
des Herzens
Geändert von Bianca-Alexandra (18.06.2008 um 14:55 Uhr)
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