Thema: Streukrebs
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Alt 20.08.2008, 12:36
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Rena49 Rena49 ist offline
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Standard AW: Streukrebs

Hallo Rela,
zunächst möchte ich Dich ganz herzlich willkommen heißen, obwohl die Situation natürlich - wie bei allen hier - nicht erfreulich ist. Du wirst aber schnell merken, daß es Dir gut tun wird, Dich hier im Forum mit anderen Angehörigen und Betroffenen auszutauschen.
Deinem Onkel wünsche ich, daß die Bestrahlungen den gewünschten Erfolg und möglichst wenig Nebenwirkungen haben werden. Wenn Ihr Nebenwirkungen feststellt, auch wenn sie (nach Eurem subjektiven Empfinden) evtl. gar nichts mit den Bestrahlungen und/oder den Medikamenten zu tun haben, besprecht das bitte möglichst schnell mit den behandelnden Ärzten - es gibt viele Möglichkeiten, da Abhilfe zu schaffen. Und manchmal hilft es ja auch schon, wenn man weiß, daß es in ein paar Stunden besser wird, also kein Dauerzustand zu erwarten ist.
Auch mit dem Morphium (ich nehme an, Dein Onkel bekommt ein Pflaster?) kann durchaus (bei erhöhtem Schmerzaufkommen) jongliert werden, besprecht auch das mit den Ärzten. Es sollte heutzutage niemand mehr an übermäßigen Schmerzen leiden, eigentlich sollten es (fast) keine sein.
Da Ihr bereits ein Pflegebett usw. habt, nehme ich an, daß Ihr bereits eine Pflegestufe beantragt (oder schon erhalten habt)? Falls nicht, bitte sofort!
in Angriff nehmen, Anruf bei der zuständigen Krankenkasse genügt für das "Ursprungs-"Datum, aber bitte den Namen des Sachbearbeiters, Tag und Uhrzeit des Gespräches notieren. Und dann möglichst schnell den schriftlichen Antrag nachreichen.
Bei der Sorte von Krebs sollte für Deinen Onkel auch ein Schwerbehindertenstatus möglich sein, falls Ihr das noch nicht habt, bitte auch möglichst schnell beantragen (dauert ja alles seine Zeit) oder ggf. einen Antrag auf Erhöhung des Behindertengrades stellen. Das gilt auch für die Pflegestufe, falls Ihr schon eine Einschätzung hattet, dürfte jetzt mindestens eine Stufe mehr drin sein. Einen Versuch solltet Ihr allemal starten, fragt auch danach mal den Arzt.
Daß Du Dich mit mit der Palliativversorgung und Hospiz in Verbindung gesetzt hast, ist schon mal gut. Ich weiß ja nicht, wie die Prognose bei Deinem Onkel aussieht, es ist aber sicher nicht verkehrt, wenn Ihr schon mal Eure Fühler ausstreckt, falls z. B. (im Endstadium der Krankheit) ein Zuhausebleiben doch nicht mehr möglich ist. In Köln gibt es sicher sowohl Hospize als auch Palliativabteilunungen in einem Krankenhaus, wo Dein Onkel z. B. die letzten Tage seines Erdenlebens gut aufgehoben wäre, wenn Ihr es zu Hause doch nicht mehr schafft.
Ich habe vor 2 1/2 Jahren meine Mutter (Magenkrebs im Endstadium) während ihrer letzten 6 Wochen zu Hause gepflegt. Es war schon sehr anstrengend, aber es war auch absehbar, daß sie nicht mehr lange leben würde (sie konnte seit Weihnachten 05 nichts mehr essen und kaum was trinken und ist Anfang Febr. 06 gestorben). Ich weiß nicht, wie lange ich es noch geschafft hätte ohne fachmännische Hilfe z. B. durch einen Pflegedienst. Meine Mutter hatte aber auch kein Problem damit, daß ich sie gewaschen, gebadet und ihr bei den menschlichsten Bedürfnissen geholfen habe. Das ist sicher bei jedem anders, man sollte es einfach probieren. Wenn Du merkst, daß Du es allein nicht schaffst, hole Dir Hilfe, zumindest für die tägliche Hygiene (das kann körperlich für den Pflegenden sehr anstrengend sein). Mit dem ambulanten Hospizdienst hast Du aber sicherlich schon mal eine kleine Hilfe, mit der Du dann auch wirklich rechnen kannst, so daß auch Du mal eine Auszeit bekommst. Nutze sie, Du wirst es brauchen.
Ich wünsche Dir viel viel Kraft für die nächste Zeit. Wenn Du Fragen hast, darfst Du Dich gern jederzeit an mich wenden.
Liebe Grüße
Rena
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