AW: Hodgkin - mein neuestes Sammlerstück
Hallo Ihr Lieben 
in der letzten Zeit wurde ich oft unterbrochen, wenn ich hier zu einer Antwort ansetzte. Und in Beates Thread war es geradezu wie verhext: Dreimal, liebe Beate, hast Du auf diese Weise nichts von mir gehört. Aber ich hoffe, meine guten Gedanken kommen trotzdem bei Dir an, besonders heute.
Liebe Leena, nun bist Du schon eine Weile in Grömitz und ich hoffe sehr, daß Du Dich dort gut erholst und auch Deinen Kindern viel Unterstützung zukommt! Es ist einfach beeindruckend, was Du alles während und direkt nach Deiner Therapie für Deine Familie geleistet hast. Und nun - mit zwei Jahren Verspätung - kommst Du endlich auch zu einer Reha! Hoffentlich gibt es für Dich dort einen dicken Mutter-Verwöhn-Bonus mit den besten Wohlfühl-Therapien, die man sich denken kann! Laß es Dir ganz, ganz dolle gutgehen!!!
Liebe Elke, ich habe mich so gefreut, wieder von Dir zu hören, auch wenn Du ja teilweise sehr traurige Nachrichten zu übermitteln hattest. Und in Deinem Thread habe ich inzwischen lesen können, daß bei Dir selbst auch sehr viel im Gange ist. Diesen Zustand, in dem einem ständig die Tränen kommen, kenne ich gut. Und gerade bei Entspannungsübungen - ich erlebe das beim Yoga - geht es ganz besonders schnell. Aber ich denke, diese Tränen sind ein gutes Zeichen: Es kostet unglaublich viel Kraft, sich ständig zusammenzureißen und Gefühle in Schach zu halten, damit alles möglichst normal weitergehen kann. Bewußt lockerzulassen, so daß Aufgestautes seinen Weg nach draußen finden kann, ist sicher der beste Weg, um seelischen Dampfdruckexplosionen entgegenzuwirken. Aber ich kann gut verstehen, daß Du Dich in vielen Situationen damit unwohl fühlst: ich muß mir auch immer wieder klarmachen, daß die vermeintliche Schwäche beim Weinen, die mir letztlich Erleichterung bringt, mir tausendmal lieber ist, als die völlige Energielosigkeit, die ich erlebt habe, als ich mit Depressionen und Panikattacken reagiert habe, weil ich nicht "schwächeln" wollte. Meine Yogalehrerin hat von Anfang an gesagt, daß es durch die Übungen leicht zu starken Gefühlen kommen kann, und ich bin nicht die einzige in dem Kurs, die regelmäßig Tränen in den Augen hat: auch Frauen mit "ganz normalem Alltagsstress" erleben diese Entspannungswirkung. Ich denke, Deine Psychologin wird das ebenfalls in vielen Kursen bei einigen Teilnehmern wahrnehmen können. Ich bin übrigens froh, daß Du in ihr eine Seelenhelferin gefunden hast, die zu Dir paßt. Daß die Chemie stimmt, ist bei keiner Therapie wichtiger als hier! Ich wünsche Dir, daß es Dir mit ihrer Hilfe bald wieder viel besser geht! Aber nun genieße erstmal Deinen Amerika-Aufenthalt so gut es geht. Ich schicke mal ein Kraftpaket über den Atlantik zu Dir!
Liebe Louise, auch zu Dir ist ein Kraftpaket unterwegs! Ich hoffe, daß Du die guten Nachrichten, die wir nach Deiner OP lesen durften, weiter fortsetzen kannst und es Dir immer ein bißchen besser geht! Du hast schon soviel hinter Dich bringen müssen! Es ist unfaßbar schön zu lesen, daß Du trotz dieser permanenten Schwächung durch anstrengende Therapien und die Tatsache, daß Du nur "Spatzenportionen" zu Dir nehmen konntest, diesen Eingriff so gut überstanden hast!
Ganz herzlich möchte ich Dir dafür danken, daß Du Deine Überlegungen zu Deiner Wunschexistenz nach diesem Leben mit mir geteilt hast! Ja, es gibt so viele schöne Aspekte dieses Lebens, die man gerne vertiefen würde, sei es als Vogel, als Hase, als Schildkröte oder als Engel. Gerne möchte ich Dir meinen Lieblingstext über das Leben nach dem Tod hier hineinschreiben:
Glauben Sie fragte man mich
An ein Leben nach dem Tode
Und ich antwortete: ja
Aber dann wuße ich
Keine Auskunft zu geben
Wie das aussehen sollte
Wie ich selber
Aussehen sollte
Dort
Ich wußte nur eines
Keine Hierarchie
Von Heiligen auf goldenen Stühlen sitzend
Kein Niedersturz
Verdammter Seelen
Nur
Nur Liebe frei geworden
Niemals aufgezehrte
Mich überflutend
Kein Schutzmantel starr aus Gold
Mit Edelsteinen besetzt
Ein spinnwebenleichtes Gewand
Ein Hauch
Mir um die Schultern
Und deine Hand
Wieder in meiner
So lagen wir
Lasest du vor
Schlief ich ein
Wachte auf
Schlief ein
Wache auf
Deine Stimme empfängt mich
Entlässt mich und immer
So fort
Mehr also, fragen die
Frager
Erwarten Sie nicht nach dem Tode?
Und ich antworte
weniger nicht.
(Marie Luise Kaschnitz)
Und an noch etwas haben mich Deine Worte denken lassen: Ich für mich habe durchaus das Gefühl, daß ich aber zuvor noch lernen muß, hier in diesem Leben kein anderes Wesen als ein Mensch sein zu wollen. Vor einem Jahr habe ich einem ganz lieben Menschen hier im Forum ein Märchen geschrieben, daß sich auf den schönen Signatur-Spruch bezog, daß wir Engel mit nur einem Flügel sind, die sich umarmen müssen, um fliegen zu können. Sicherlich ist es eine lebenslange Aufgabe, sein Erdenlied zu üben - ich jedenfalls werde noch einige Zeit dafür brauchen:
[Aus persönlichen Gründen entfernt].
Liebe Ulli, ja, dieses Sich-nicht-Mögen... ich frage mich oft, warum das eigentlich manchmal so schwer ist. Es scheint ja ganz schrecklich vielen Menschen so zu gehen: manche mögen sich schon nicht mehr, wenn sie nicht ihr Leben lang in die selbe Hosengröße hineinpassen. Aber gegen Schmerzen, Schwäche, Nicht-so-können-wie-man-will etc. anzudenken, ist schon Sich-selbst-Annehmen für Fortgeschrittene. Ich übe auch noch (denn theoretisch war ich darin immer schon besser als in der Praxis ) Auf jeden Fall wünsche ich Dir, daß Du zwischendurch auch immer wieder die liebe Ulli in Dir entdeckst, die Du uns gegenüber immer bist. Vielleicht bekommst Du ja auch mal einen von diesen sensationellen Kraftknuddlern ab, die diese Ulli immer verteilt? Welche Handarbeiten machst Du eigentlich, wenn nicht gerade Dein Daumen streikt?
Liebe Ina, hoffentlich läßt sich diese elende Kotzerei bald beenden!!! Das ist ja wirklich kein Zustand, gerade jetzt, wo Du Dich von so viel anderem erholen müßtest! Meine Daumen bleiben weiterhin für Dich gedrückt!
Wir hatten wirklich ein paar schöne Tage im Harz bei herrlichem Wetter! Es hat gut getan, mal herauszukommen und zu viert zu sein, aber natürlich war auch einige Anstrengung damit verbunden, so daß ich mich in den letzten Tagen auch wieder ein bißchen vom Urlaub erholen mußte Insgesamt geht es mir aber viel, viel besser. Ich merke ganz deutlich, daß ich mich schneller wieder erhole und seelisch keine richtigen Abstürze mehr erlebe, wenn es an einem Tag mal zuviel wurde. Mein Psychotherapeut hat das natürlich auch mitbekommen und mir scheint, er legt jetzt erst so richtig mit der eigentlichen Therapie los, weil er mich als stabil genug dafür erlebt. Jedenfalls bekomme ich immer viel Denkstoff geliefert, für den ich mir auch zuhause einfach Zeit nehmen muß. Das ist einerseits anstrengend, aber auch ein gutes Gefühl, wirklich mal in einen Bearbeitungs- Prozeß hineinzukommen und nicht immer nur die schlimmsten Aktualitäten abzufedern.
Liebe Beba, auch bei Dir wollte ich mich schon längst wieder mal gemeldet haben, aber wie gesagt, ich brauche momentan auch viel Zeit für mich. Und dazwischen findet immer mehr "normales" Leben statt, worüber ich mich natürlich sehr freue. Am Wochenende war meine Mutter mal wieder da und wir haben zusammen ganz viel Quittenmarmelade gekocht. Wir haben nämlich zwei Quittenbäume im Garten, die jedes Jahr übervoll hängen. Bisher haben wir etwa die Hälfte der Ernte verarbeiten können - vermutlich könnte ich das halbe Forum mit Quitten versorgen Es ist schön, wenn es einem vergönnt ist, so etwas mit einer lieben Mama zusammen machen zu können. Und die Quitten riechen so gut! Ach, ich würde Euch allen am liebsten etwas von diesen schönen Lebensgefühl-Momenten abgeben!
Liebe Nicole, auch bei Euch habe ich gelesen, daß Ihr Sorgen habt, weil nun bei Klaus das umstrittene MRT ansteht! Ich hoffe sehr, daß trotz der Klammern in seinem Kopf alles gutgeht! Ich schicke ein großes Paket unterstützender Gedanken zu Euch! Alles, alles Gute!
Ihr Lieben alle, glaubt mir, auch die hier nicht namentlich Genannten habe ich nicht vergessen, und ich nehme Anteil an dem, was sich bei Euch ereignet! Ganz viel Kraft und positive Erlebnisse wünsche ich Euch!   
Seid alle ganz herzlich gegrüßt von
Eurer Linnea
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Einen Menschen zu lieben heißt:
Ihn zu sehen wie Gott ihn gemeint hat.
Liebe ist das Geheimnis der Brotvermehrung.
- Christine Busta -
Geändert von Linnea (26.11.2008 um 09:23 Uhr)
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