Liebe, liebe arme Angelika,


ich habs befürchtet. Du hast alles, wirklich alles nur menschenmögliche für deinen Mann getan, bist über deine Grenzen hinausgewachsen. Nein Angelika!!!!!!!!
Du bist nicht Schuld an seinem Tod. Wenn ich es richtig verstanden habe, musstest du darüber entscheiden, ob dein Mann nochmal zur Dialyse gebracht wird oder nicht? Und du hast dich dagegen entschieden, richtig? Du hast es deshalb gemacht, weil du tief im Innern genau wusstest, dass es nur noch eine Leidensverlängerung darstellen würde, und weil du wusstest, dass dein Mann nicht mehr so dahinsiechen wollte. Nach alledem, was ich hier gelesen habe, hätte ihn niemand mehr retten können, niemand. Es ist überhaupt schon ein kleines Wunder, dass dein Mann mit all den schlimmen Nebenschauplätzen so lange die Kraft hatte. Glaub mir, in diesem Stadium hätte niemand mehr den besch... Krebs aufhalten können.
Die Selbstvorwürfe, die du dir machst, kenne ich aber auch. Es scheint völlig normal zu sein. Denn man kann den Tod einfach nicht akzeptieren, noch nicht. Auch du bist nun in dieses tiefe schwarze Loch gefallen. Es dauert und dauert, lass deine Gefühle zu. Ich habe den Sterbeprozess immer und immer wieder durchlebt, tue es heute noch. So wird es dir auch gehen. Es tut mir so leid.
Ich kann dich nur virtuell in den Arm nehmen und dir versichern, dass mancher nur davon träumen würde, so eine tolle Ehefrau an seiner Seite gehabt zu haben. Nochmal, du hast alles richtig gemacht!!!
