AW: Adenokarzinom inoperabel
Liebe Bibi,
das freut mich aber zu hören, dass Deine Mama in vielen Fällen ähnlich reagiert wie ich, selbst wenn es nicht immer vernünftig ist. Aber wir werden daraus lernen.
Liebe Bettina, liebe Krabben,
bevor ich hier nun dastehe, als stur wie ein Panzer und bockig wie ein Esel, was die 2. Meinung angeht, folgendes:
Im Prinzip habe ich ja schon eine kleine 2. Meinung angefordert, als ich meinen Kram an Prof. Rolle schickte, denn der operiert als (soweit ich weiß) Einziger auch dann noch wenn zahlreiche Metas in der Lunge sind. Bis er mich anrief, war ich der Meinung, dass es die Metas sind, die mir alles versauen. Nur die hätte er schon rausgeholt, er meinte, der Primärtumor wäre inoperabel, weil er direkt an der Lungenwurzel sitzt. Es sagen also mehrere, dass bei mir nicht operiert werden kann. Bleibt Bestrahlung, auch hier das gleiche Problem. Wenn so bestrahlt wird, dass es was bringt, müsste im Prinzip die ganze Lunge bestrahlt werden. Das geht einfach nicht.
Um es deutlich zu machen: Der Radiologe sagte, dass die Metas in der Lunge nicht gezählt werden, es seien zu viele. Es sieht wirklich so aus wie mit dem Schrotgewehr draufgeschossen. Wie soll da bestrahlt werden?
Also bleibt Chemo. Die bekomme ich. Sagt mir ein oder zwei gute Argumente, warum andere eine bessere Chemo geben sollten?
Es ist ja nun auch nicht so, dass Onkodok da einsam in seiner Praxis rumgammelt. Allein in der Onkopraxis arbeiten 10 Ärzte. Das ist ein Riesenladen. Außerdem hat Onkodok nicht mal eben so ein bißchen Hämatologie gelernt und sich dann selbstständig gemacht. Bevor er nach Hamburg kam, war er 6 Jahre Oberarzt an einer bekannten Berliner Klinik.
Diese Praxis war in einem Ranking für Brustkrebserkrankte unter den ersten 10 bundesweit. Ok, ihr sagt zu recht: Mädel Du hast keinen Brustkrebs. Da die Praxis aber schon länger besteht, nicht in dieser Größe, kann man doch dies und jenes hören und es ist immer positiv. Meine Schwester war vor 18 Jahren mit Lymphdrüsenkrebs da und ein Bekannter vor ca. 15 Jahren mit Hautkrebs, beide gelten als geheilt.
Liebe Marita,
danke der Nachfrage. Ja es geht heute ein bißchen besser. Noch immer sehr müde, aber das kennst Du ja sicher auch von Deinem Mann.
Bei der nächsten Sprechstunde werde ich Onkodok noch mal wegen meiner Beine löchern. Ich würde doch sehr gerne eine Flugreise machen.
Liebe Beate,
es freut mich ungemein, dass Bettinas Mann Dich so aufrichten konnte und außerdem, dass Du wieder essen kannst. Schön finde ich auch, dass Du das Bergfest hinter Dir hast und nun rückwärts zählen kannst. Jeden Tag ein Tag weniger.
Seid alle sehr herzlich gegrüßt
Christel
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