AW: Pa hat kleinzelligen Lungenkrebs
Mein Pa hat inzwischen die erste CHemo hinter sich, die NW waren erträglich (etwas Übelkeit, bleiernde Müdigkeit und nach zwei Wochen fingen die Haare an auszugehen). Da er so einen Druck im BRustbereich verspürte, suchte er letzte Wochenende das Khs auf, die ihn erstmal auf Herzinfarkt untersuchten, was sich glücklicherweise als negativ herausgestellt hat. Sie haben ihn aber dort behalten, weil die Leukos so weit abgesunken sind. Zwischenzeitlich durften wir ihn nur mit Mundschutz etc besuchen. Inzwischen haben sich diese nach einer entsprechenden Spritze wieder gut erholt und er ist wieder zu Hause. Der zweite Zyklus der Chemo wurde aber um 8 Tage verschoben und die Dosis wird halbiert. Da fängt natürlich das Gedankenkarrussel sich wieder an zu drehen...
Was die Sache noch verstärkt, ist, dass im Entlassungsbericht auf einmal von einer palliativen Chemo die Rede ist, während beim ersten Gespräch mit dem Oberarzt noch eine Heilung im Bereich des möglichen erschien. Ich habe den Bericht im Khs leider aus Zeitnot nur überflogen, da wir noch ein Gespräch mit der Ärztin hatte und bin nun in ein tiefes Loch gefallen. Meinem Pa habe ich das nicht gesagt, ich will ihm seinen notwendigen Optimismus nicht nehmen.
Wie war es bei euch, was den Ausschluss von Metastasen betraf? Ein KopfMRT und ein Knochenszintigramm werden nur bei Beschwerden gemacht. Auf meine direkte Nachfrage hin wurde mehr oder weniger zugegeben, dass aus Kostengründen so verfahren wird. Einerseits denke ich, wenn er schon Metastasen hat, kann man vermutlich auch nicht mehr machen als jetzt, und insofern ist es vielleicht nicht schlecht, wenn man das nicht weiß und die Hoffnung nicht noch mehr gedämpft wird, andererseits wäre es natürlich schön, wenn man die -momentane- Gewissheit hätte, dass der Krebs noch nicht gestreut hat. Wie war es bei euch und wie seht ihr das?
Anfang Dezember wird zeitgleich mit dem 2. Zyklus mit der Strahlentherapie begonnen.
Ich versuche zur Zeit, die Tage zu genießen, an denen es ihm gut geht und denke nur bis "morgen", was mir einerseits gut tut, andererseits habe ich Angst, dass ich das soweit mehr oder weniger ausblende, dass ich dann in ein tiefes Loch falle, wenn neue Hiobsbotschaften kommen.
Ich hoffe, ihr konntet mir folgen, habe wohl mehr oder weniger zusammenhangslos geschrieben, was mir durch den Kopf geht.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, passt auf euch auf
LG Sabine
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