AW: Mutter mit Lungenkrebs...
Hallo ihr Lieben!
Nach ca. 2 Wochen melde ich mich auch mal wieder. Brauchte ein wenig Abstand, musste einige Dinge klar bekommen. Sieht nun wie folgt aus:
Erst Chemo ist Samstag 3 Wochen her. Zuerst kaum Nebenwirkungen zu sehen. Ihr ging es gut. So gut, dass sie am letzten Mittwoch nach hause durfte. War alles wunderbar. Ich hatte Urlaub, konnte mich um sie kümmern. Ihr ging es recht gut. Natürlich hatte sie Schmerzen, aber sie konnte sich bewegen.
Nach einigen Tagen wurde es schlechter. Samstag musste ich wieder arbeiten. Meine Freundin war zum Glück den Tag über da und hat sich liebevoll um sie gekümmert. Gab keinen Grund zur Sorge.
Gegen Ende vom WE hat sich ihr Zustand verschlechter. Sie hat so gut wie nix mehr gegessen. Getrunken auch nur, wenn sie sich überhaupt aufrichten konnte. Der Gang zur Toilette fiel ihr schwer. Bis er dann unmöglich war. Seit Sonntag nutzt sie also das Sofa als WC. Ich versuchte mich trotzdem so gut es ging um sie zu kümmern. Decken gewechselt, trinken gegeben, essen gemacht... aber ich bin kein ausgebildeter Pfleger. Weiß teilweise nicht, wie ich mich am besten verhalten. Wie auch immer.
Gestern wurde es mir zu bunt. Da ich die komplette Woche arbeiten muss, wollte ich sie wieder ins Krankenhaus bringen. Sie kann keine 10 Stunden alleine daheim bleiben. Für sie war das ok. Sie wollte nicht zurück. Ich war erst einverstanden, wollte es testen, wie es läuft.
Heute dann der Schock: Am morgen hab ich ihr gesagt, dass ich zur Arbeit fahre. Sie wusste nicht, wo sie ist. Hat gefragt, ob ich sie noch nach hause fahre. Doch sie war hier. Dann hab ich ihr alles erklärt und bin los. Habe X-Mal angerufen, als ich auf Arbeit war. Keine Antwort. Ich war ziemlich in Sorge. Als ich dann nach hause kam, saß sie zum Glück auf dem Sofa. Doch ihr Zustand war schlimm. Sie dachte, dass ich für sie arbeiten war etc etc. Kurz gesagt, war sie mit den Gedanken nicht da. Vielleicht hat sie was geträumt o.ä. Ich wollte sofort den Arzt rufen, da sie auch nichts mehr getrunken hat. Sie konnte selbst kein Glas mehr halten. Das war eine Qual. Sie hat gezittert. Konnte das Wasser nicht zum Mund führen. Es war noch einiges mehr, will es aber nicht noch aufzählen. Am Ende habe ich dann doch eigenständing entschieden, dass es besser ist, wenn sie ins K-Haus gebracht wird. Also die 112 angerufen. Die netten Sanis kamen auch kurz danach. Nun ist sie wieder im Krankenhaus....
Bin momentan verzweifelt. Auf der einen Seite denke ich schon, dass ich richtig gehandelt habe. Ihr Zustand war zu schlecht, als dass sie alleine zu hause bleiben konnte. Auch mit meiner Hilfe wäre wenig gegangen. Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl sie hintergangne zu haben. Sie wollte nicht weg. Und trotzdem habe ich die 112 gerufen. Vielleicht wusste sie aufgrund ihrer Aparheit den Zustand nicht einzuordnen. Meiner Meinung nach war es sehr schlimm. Ich hoffe sie wird mir morgen nicht böse sein, wenn ich zu ihr fahre. Soviel erstmal dazu.
Dann mal eine Frage: Meine Mutter hatte besonders da Schmerzen, wo Metastasen sind. Besonders der Rücken und das Becken haben weg getan. Außerdem hat sie Gelbsucht, was ja von der Leber kommt. Ich würde daraus schließen, dass sie Chemo wirkt. Die arbeitet grad in den Arealen, wo die Metastasen sind. Das bilde ich mir zumindest ein... kann das jmd bestätigen? Sind Nebenwirkungen solcher Art ein gutes Zeichen?
Sorry, erst melde ich mich nicht und dann dieser Roman. Bin momentan mit den Gedanken woanders. Hoffe ich habe einigermaßen verständlich geschrieben.
Wünsche euch allen nun eine erholsame Nacht, träumt was feines!
Liebe Grüße aus Bremen.
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