AW: Mein Papa
Seit meiner Diagnose "metastasicher (?) BSDK derzeit nicht operabel" habe ich meine Lebenseinstellung grundlegend geändert und andere Prioritäten gesetzt. Negatives versuche ich so weit als möglich fernzuhalten und rufe negative Erinnerungen nicht aus meinem Gedächtnis ab. All das scheint sehr hilfreich zu sein.
Auf Grund meiner Erkrankung, der vielen stationär durchgeführten Untersuchungen im Spital und nun wegen meiner wöchentlichen Chemo bin ich in den letzten Monaten gar nicht, zuletzt sporadisch arbeiten gegangen.
Leider gibt es aber auch viele Personen, die mit dem Wort Krebs absolut nicht umgehen können. So hat sich etwa mein Abteilungsleiter (ich arbeite in einer Landesregierung in einer sehr großen Abteilung) seit meinem Krankenstand noch kein einziges Mal über meine Krankheit erkundigt, angerufen, geschweige im KH mal besucht. Selbst bei der Weihnachtsfeier ist er mir augenscheinlich aus dem Weg gegangen, obwohl er am Nebentisch gesessen ist. Er betrachtet mich als Aussätziger und kann mit dem Wort Krebs nicht umgehen. Eigentlich ist er ein armer Mensch, ich habe ihn schon wieder (fast) vergessen.
Alles Gute!
Hans
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