Thema: Mein Papa
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Alt 10.01.2009, 18:15
Taddl Taddl ist offline
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Standard AW: Mein Papa

Liebe Flo,

ich habe dir auf deine lieben Worte in meinem Beitrag eine PN geschickt.

Es ist sehr schwer, mit der Diagnose umzugehen. Ich habe während der Erkrankung von meinem Papa mehr als 1 Flasche Wein getrunken, um es überhaupt irgendwie zu ertragen.

Ob mein Vater so offen damit umging weiss ich nicht, ich habe mit ihm niemals darüber gesprochen. Ich war während seiner Erkrankung nicht oft zu Besuch. Es kam mir alles vor, wie im schlechten Film. Früher hat er über seine Arbeit oder sonstiges gesprochen. Während der Erkrankung ging es um Medikamente, Schmerzen und ähnlichem. Er hat einmal mit meiner Mutter gesprochen, und dabei ging es darum, dass er verbrannt werden will. Das wars dann.
Ansonsten wollte er auch immer wieder Auto fahren (das hat er ab der Diagnose nicht mehr getan). Er sprach davon Stundenweise arbeiten zu gehen.

Das Gefühl morgens aufzuwachen und zu denken, oh was für ein schöner Tag um minuten später zu realisieren, was mit Papa los ist, kenne ich. Bei der Diagnose meines Vaters war gerade Frühling und ich schaute zum Fenster raus und freute mich, um danach schrägen Gedanken nachzuhängen.

Ich wünsche Dir viel Kraft.

LG Taddl
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In unserer Sanduhr fällt das letzte Korn,
ich hab gewonnen und hab ebenso verlorn'.
Jedoch missen möcht ich nichts,
alles bleibt unser gedanklicher Besitz.



Mein (Stief) Papa:
27.10.1948 - 08.10.2008
BSDK-Diagnose im April 08
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