Erstmal
Und dann: keine Angst! Die meisten Nebenwirkungen der Chemo sind mit Medikamenten gut zu unterdrücken. Du kannst, immer nach Absprache mit dem Arzt, sicher auch weiter Schmerzmittel einnehmen, wenn Du sie brauchst. Mein Onkologe hat mir auch ein Schlafmittel (Circadin) verschrieben, weil ich ich nach der Diagnose auch nächtelang nicht schlafen konnte und zudem in den ersten Tagen nach einer Chemo immer Schlafprobleme (kommt wohl vom Cortison) habe.
Ich bekomme TAC, also bis auf das "C" andere Medikamente. Jeder Körper reagiert anders auf eine Chemo. Ich hatte bis jetzt 2 und von Tag 2-5/6 liege ich meist nur im Bett und schlafe viel. Gekotzt habe ich keinmal dank Emend. In diesen Tagen geht es bei mir auch ziemlich abwärts mit der Psyche, ich nehme dann Tavor dagegen, aber wirklich nur an diesen Tagen. Wenn es einem psychisch sehr schlecht geht, könnte man auch über die Einnahme eines Antidepressivums nachdenken.
Also, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, die Woche nach der Chemo ist scheiße, dann gehts wieder bergauf. Ich würde Dir raten, bei Deiner Krankenkasse eine Haushaltshilfe zu beantragen. Dann ist sicher der Alltag auch mit 2 Kindern gut zu schaffen. Hast Du einen Partner an Deiner Seite?
Zum Thema Haare: meine sind genau 14 Tage nach der ersten Chemo ausgegangen bzw. da fing das mit dem Haarausfall an. Vorher waren sie überschulterlang. Ich habe dann kurzen Prozess gemacht und mein Mann hat sie mit abrasiert. Seitdem habe ich eine Glatze. Für mich persönlich ist das die schlimmste NW, habe mich auch immer noch nicht dran gewöhnt. Aber das empfindet auch jede/r anders.
Ich selbst nehme an keiner Studie teil. Fühlst Du Dich denn gut betreut da, wo Du in Behandlung bist? Es ist IMMER Zeit, sich eine 2. Meinung einzuholen. Wirst Du in einem zertifizierten Brustzentrum behandelt? Ich habe mir auch eine 2. Meinung eingeholt (Diagnose im November 2008) und bin dann beim 2. Arzt (wir haben hier am Ort 3 zertifizierte Brustzentren) geblieben.
Ich würde mir an Deiner Stelle auch den Befund nochmal erklären lassen. Es fehlt z.B. noch die Angabe, ob der Tumor Hormonrezeptoren hat.
Meiner ist auch G3, das bedeutet, dass er recht agressiv wächst. Das heißt aber auch, dass eine gute Chance besteht, dass er auf die Chemo anspricht. Meiner hat sich schon nach 2. Chemos phänomenal verkleinert! Das ist auch der Vorteil einer neoadjuvanten Chemo: man kann sehen, ob es wirkt oder ob man andere Medikamente ausprobieren muss.
Bei allen Fragen (trinken oder nicht? Nahrungsergänzungsmittel oder nicht? etc) würde ich mich auch immer an den behandelnden Onkologen wenden.
Nochwas zum Thema Lymphknoten: mir wurde gesagt, dass bei neoadjuvanter Chemo der Wächterlymphknoten VOR der Chemo entfernt werden soll, um zu schauen, ob dieser befallen ist. Macht man das nach der Chemo bei der Brust-OP, könnte es ein "verfälschtes Ergebnis" geben, falls er befallen war, könnte die Chemo die Zellen auch platt gemacht haben. Hat wohl Auswirkungen auf die Prognose.
Sind die Staging-Untersuchungen bei Dir schon gemacht worden? Oberbauch-Ultraschall, Lungenröntgen und Knochenszinitgramm?
Bei mir wurde vor der Chemo auch ein MRT der Brüste gemacht, um zu schauen, wo die genaue Lage des Tumors ist und wie groß er genau ist.
Liebe Grüße
Zitronengras