Liebe Marion,
ich weiß, wie es Dir und Deiner Familie jetzt geht. Es tut mir schrecklich leid, dass Dein Papa nun auch ins Regenbogenland gehen muss.
Aber wie Du schreibst, sein Zustand, wie er jetzt ist, ist kein Leben mehr. Für ihn wird es, genau wie damals bei meinem Vater, eine Erlösung sein.
Auch wenn man weiß, dass das Ende bald da ist, ist es schwer sich damit abzufinden, dass man den geliebten Menschen verliert. Diese Hallozinationen hatte mein Vater auch. Mir hat es fast das Herz zerrissen, als wir neben ihm saßen. Sagt Deinem Vater, dass er sich nicht mehr quälen muss, dass er gehen darf. Ich habe das hier schon so oft geschrieben, ich habe es meinem Vater leider sehr spät gesagt. Das bereue ich heute noch. Aber als ich ihm gesagt hatte, dass er nicht mehr kämpfen soll, ist er ganz ruhig eingeschlafen. Ich wünsche Deinem Vater, dass er auch so friedlich in die andere Welt gehen kann.
Mir ist jetzt richtig schwer ums Herz. Immer wenn ich hier lese, dass wieder ein lieber Mensch diesem Monster zum Opfer fällt, muss ich an meinen lieben Vati denken. Er fehlt mir immer noch sehr und bisher ist nicht ein einziger Tag vergangen, an dem ich nicht an ihn gedacht habe.
Aber damit müssen wir leben bzw. leben lernen. Tröste Dich damit, dass Dein Papa dann keine Schmerzen mehr erleiden muss.
In Gedanken bin ich bei Dir. Ich wünsche Euch alle Kraft, die Ihr braucht.
Traurige Grüße
Viola
