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Alt 03.02.2009, 16:46
Elik Elik ist offline
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Standard AW: Die "richtige" Chemo

Hallo zusammen,

Ihr habt vollkommen recht, dass gehört mit dem Fachpersonal besprochen! Problematisch wird es aber, wenn das Fachpersonal nicht mitspielt und wegen Zeitmangel, fehlender Kompetenz etc. nicht gewillt ist auf die Fragen einzugehen. Was meint ihr, wie gut mir das Gespräch mit dem Kommissionsmitglied (Thread „Anthrazykline“) getan hat, endlich mal einer der mich für voll nahm, der auf meine Frage substantiell einging. Es betraf nur leider eine Frage, die sich für mich persönlich erledigt hat (Chemo seit knapp 2 Jahren abgeschlossen).
Die Frage, ob ich Tam trotz Her2 positiv nehmen soll, habe ich versucht mit drei Ärzten zu besprechen. Dem (internistischen) Onkologen war das Thema total neu, im Brustzentrum hatten sie davon gehört, „solange aber keine größeren Zahlen vorliegen, behandeln wir nach Leitlinie“ (also mit Tam). Der dritte, ein onkologischer Gynäkologe, stritt das Problem ganz ab, obwohl er als Studiebetreuer die Einteilung von St. Gallen05 bestimmt kannte. Ich habe dann versucht, den Onkologen dazuzubewegen sich in die Problematik einzulesen und seinen Aufwand privat abzurechnen – hat er abgelehnt. Was hätte ich denn noch tun können???? Einfach ein Medikament leitliniengemäß nehmen, obwohl für meinen Tumortyp Verdachtsmomente vorliegen, dass es krebsfördernd wirkt? Vielleicht hätte ich mich noch an die 60km entfernte Uniklinik wenden können. Nur als gesetzlich Versicherte wäre ich bestimmt an einen Assistenzarzt geraten der von diesem speziellen Problem keine Ahnung hat.

Langer Rede, kurzer Sinn, wer einen Arzt hat, der auf seine Fragen, auch die komplizierteren, eingeht, sollte sich glücklich schätzen. Von der „gemeinsam“ besprochenen Therapie wird der Patient bestimmt überzeugt sein.
Wer einen solchen Arzt nicht findet – und ich scheine da kein Einzelfall zu sein,– kann den Leitlinien vertrauen, für „typische“ Krebsfälle bestimmt richtig. Falls man zu den untypischen Fällen zählt muß man dann wohl notgedrungen „Gott spielen“. Kein gutes Gefühl und die wenigsten tun das ohne dazu gezwungen zu sein.

Viele Grüße

Elik

P.S. Liebe Kimmy, nochmals herzlich Dank für die PN
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