Wollte noch mal kurz aus meiner Sicht auf die Frage zu Fitness-Studios antworten.
Auch da ist die Sache mit dem Alter relativ.
Meine Erfahrung, als ich mit 40 zum ersten Mal den Gang in die von mir so verabscheute Muckibude tat, auf dringliches Anraten meines Orthopäden, war ich in einem kleinen Frauenstudio. Die Frauen waren fast alle jung und ich kam mir uralt vor, sowas von uralt! Obwohl keine mich dumm anguckte. Das Klima war sehr nett. Ich war damals auch um ca. 20 Kilos knackiger als heute. Dann Umzug - und ein anderes, gemischtes Studio. Ich kam mir rundlich und ungelenk vor im Verhältnis zur trainierenden Jugend - und dann begegnete mir auch noch der Lehrer meines Sohnes (natürlich auch 10 Jahre jünger als ich und schlanker und fitter). Ich fühlte mich in diesen Momenten (völlig wirklichkeitsfremd) wie eine Tonne. Schielte zu den jungen, flotten und sehr leistungsfähigen Frauen. In den Kursen, die ich damals auch mitmachte, stand ich möglichst hinten, weil das Behalten von Schrittfolgen noch nie meine Stärke war oder meine Atempausen nicht so auffallen sollten.
Es ist mir inzwischen ganz klar, dass meine Selbstbeurteilungen und Hemmungen immer nur an meiner, nicht sehr selbstbewussten Sicht lagen. Ich dachte, dass "die" denken, dass ....
Inzwischen bin ich durch Umzüge und Änderung der Finanzlage im xten Studio, einem der sehr preiswerten Sorte. Die Mitgliedschaft wurde also billiger, das Gewicht und die Jahre dagegen hatten mächtig zugelegt. Heute aber ist es mir völlig schnuppe, wie jung oder schlank die anderen sind. (ob das endlich mal die vielgerühmte "Weisheit des Alters" ist, von der ich mich sonst leider noch immer weit entfernt fühle). Ich mache mein Trainingsprogramm. punktum. Ich sehe - selten - auch mal wirkliche Bauchmänner und sehr runde Frauen, die auch ihr Ding machen.
Flippiges Outfit und Tralala habe ich zum Glück in "meinen" Studios nie erlebt. Nur probeweise war ich mal in einem, da glitzerte und funkelte es vor Stirnbändern, Überzieh-Unterzieh-Modisch-Teilen. Und magere Mädels waren in der Überzahl, die auch ausschließlich Konditionsgeräte betraten und schweißtreibend Work-out betrieben. Wenn es nicht alles Mannequins gewesen sind, dann waren sie anorexiekrank.
Ein bisschen überlegen musste ich, ob ich nach der OP im Studio duschen wollte. Habe mich dazu durchgerungen, ich mochte "dampfend" nicht in meine Klamotten und ins kalte Auto steigen. Und bin (naja, doch bisschen beklemmt) mit der Kriegsbemalung der Strahlentherapie im Evaskostüm in der Umkleide und unter der Dusche gewesen. Niemand hat geguckt. Da waren ganz andere Themen brandheiß bei den 18- bis 28-Jährigen: Weight-Watcher!! Und die lieben Haustiere: Ratten, Spinnen und andere Terrarientiere. Und wo man sie am besten kaufen konnte.

Vielleicht haben sie meine Körperzeichnung auch für ein neuartiges, miserabel ausgeführtes Tattoo gehalten.
E i n Problem habe ich wirklich im jetzigen (und allen bisherigen "gemischten") Studios: unter den Männern gibt es noch immer etliche, die Schweißgestank für besonders männlich zu halten scheinen! Im Sommer zum Verzweifeln. Das stänkert selbst eine riesige Halle aus. - Ich habe mir Pfefferminzöl auf mein Trainingshandtuch getropft und ab und zu an die Nase geführt. Mag sein, dass ich da besonders empfindlich bin.

Schließlich atmet man aber bei den Übungen auf den Geräten besonders tief durch, nicht wahr?!