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Alt 21.02.2009, 00:35
Rolf_Rgbg Rolf_Rgbg ist offline
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Standard AW: Rippenfellkrebs

Hallo ihr Lieben,

seit der großen Operation ist es nunmehr auf den Tag genau ein Jahr her, dass ich die Alternative, die man mir damals in der Thoraxklinik aufzeigte, „Alles andere ist nur ein Verlängern“, nicht wählen musste. Sehr viele Menschen, die an diesem grässlichen Pleuramesotheliom leiden, haben diese Chance ja leider nicht!

Es war ein langes Jahr, ein sehr langes Jahr. Ich möchte dieses Jahr 2008 keinesfalls ein zweites Mal durchleben. Besser wäre es, wenn es dieses Jahr 2008 niemals gegeben hätte.

Es ist heute eigentlich mein erster Geburtstag in diesem Jahr 2009, also einer von dreien, den ich feiern werde!

Vor einigen Tagen hatte ich meine 3. Nachsorgeuntersuchung mit Ultraschalluntersuchung, Computertomografie- und Lungenfunktionsuntersuchungen. Das Ergebnis war für meine Familie und mich sehr erfreulich. Ein Jahr danach ist erst einmal alles gut. Es muss keine Chemo- oder Strahlennachbehandlung erfolgen. Was soll ich da sagen, außer Freude aufkommen zu lassen?

Auch wenn die Lebensqualität nach der großen Operation und ganz besonders nach der danach gefolgten sehr schweren Lungenentzündung am 10.09.2008 erheblich gelitten hat, so macht es mich dennoch sehr froh, dass ich das alles überlebt habe.

Ich leide seit der OP nicht unter Schmerzen, toi…toi…toi, bis auf so manch kleines Zipperlein gelegentlich. Aber so wirklich weh tut da nichts. Und ich fühle mich stark genug, seit dem 01.01.2009 zumindest wieder zu 50% am Arbeitsleben teilnehmen zu können und zu dürfen. Am 01.03.2009 werden es wohl wieder 100% sein. Ich freue mich wirklich darauf!

Ich weiß, dass es den meisten von euch nicht weiterhilft, wenn es mir gut geht und euren Vätern, Müttern und sonstigen Betroffenen eben nicht. Es ist aber auch nahezu unmöglich, als Betroffener einem Angehörigen das zu vermitteln, was in ihm vorgeht. Ich selbst weiß das aus wirklich allererster Quelle wohl am besten. Auch mir fällt es oft nicht leicht, zu verstehen, dass mich niemand so richtig versteht. Natürlich merke auch ich immer wieder am Verhalten meiner Angehörigen, dass sie nicht wirklich wissen, was in mir vorgeht. Das wissen nur Betroffene selbst. Das wissen nur Menschen, die selbst an Krebs und an diesem grässlichen Mesotheliom erkrankt sind.

Ich kann nur versuchen euch zu vermitteln, dass die Sache überwiegend im Kopf stattfindet. Und die Willensstärke spielt dabei eine sehr große Rolle. Ein Patentrezept gibt es bei einem Pleuramesotheliom nicht. Jeder Betroffene fühlt und verhält sich anders, jeder Angehörige ebenfalls. Und untereinander funktioniert es leider nicht bei allen gleich.

Ich kann euch nur bitten, sehr viel Hoffnung aus diesem Forum mitzunehmen. Aus Hoffnung darf aber keine Erwartung erwachsen.

Sehr liebe Grüße aus Regensburg.

Euer

Rolf
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