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Alt 12.03.2009, 18:41
Sabine71 Sabine71 ist offline
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Standard AW: Berufstätig sein während Chemo-/Strahlentherapie ???

Ich möchte mich kurz bei denen einreihen, die während der Chemo gearbeitet haben. Ich hatte 8x Chemo, bin triple negative und war bei Diagnose vor knapp 3 Jahren, 35 Jahre alt. Für mich persönlich war es die richtige Entscheidung, da mich das Arbeiten abgelenkt hat und ich den Kontakt zu Kollegen und der Arbeitswelt nicht verloren habe. Ich hatte meist die Chemo am Mittwoch oder Donnerstag bekommen und war dann am Montag wieder in der Arbeit. Dadurch konnte ich meinen Kollegen-Freundeskreis behalten, den Anschluss am "normalen" Leben und zu guter letzt auch meinen Arbeitsplatz, der mir eigentlich gefällt. Wäre ich nicht arbeiten gegangen, wäre ich jetzt wohl arbeitslos.

Doch man muss dazu sagen, dass das jeder total individuell entscheiden muss. Und zwar in vieler Hinsicht. Was ist das für eine Arbeit? Habe ich Kundenkontakt? Kann ich zwischendurch auch mal einen Durchhänger haben? Wie ist der Druck dort allgemein? Dann wie sieht meine persönliche Situation aus? Habe ich Familie, Kinder..., Haushalt? Wie kann ich mit viel freier Zeit umgehen? Sitze ich dann nur am Rechner und schaue mich dort nach schlimmen Krebsfällen um? Dann wie reagiert mein Körper auf die Chemo? Wie schlimm sind die Nebenwirkungen? Wie ist mein Allgemeinzustand? Mein Alter? Es gibt bestimmt noch 1000 weitere Fragen und es gibt keine richtige oder falsche Antwort. Und schwer ist es für Frauen, die weiter arbeiten und auch für die, die zu Hause sind. Arbeiten gehen hat sicher nichts mit Stärke zu tun. Weil - warum sollte man sich etwas beweisen?

Also, alle Antworten hier sind individuelle Entscheidungen, entsprechend der eigenen Möglichkeiten und dem Gedanken, was in der eigenen Situation, das beste ist.

Grüße Sabine
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