AW: Mit einer oder keiner Brust leben?
Meine Brustamputation liegt jetzt 8 Jahre und 3 Monate zurück.Ich war damals 43 Jahre alt. Ich konnte es mir nicht vorstellen mit nur einer Brust zu leben. Zu der Zeit hatte ich einen Kollegen, der mir von seiner Krebserkrankung berichtete. Bei ihm waren nur befallene Lymphknoten gefunden worden. Während man den Krebsherd suchte, hat er sich gefragt, was das Schlimmste für ihn wäre. Er meinte, er das Schlimmeste sei, wenn er nicht mehr lachen könne. Ich habe lange über seine Antwort nachgedacht und festgestellt, dass es wirklich viel Schlimmeres gibt, als den Verlust einer Brust.
Im Gegensatz zu vielen anderen Frauen habe ich mich mit Prothesen schwer getan und habe mich dann vor 7,5 Jahren entschlossen, einfach einbusig herum zu laufen. Meine Schwiegermutter ist die einzige, die damit Probleme hat und ich vergesse mittlerweile oft, dass mir eine Brust fehlt. Leicht war der Weg bis dahin nicht. Aber was ist schon ein wenig Drüsen- und Fettgewebe gegen die Chance auf 30 weitere Lebensjahre.
Mit liebem Gruß aus Düsseldorf
Dorothea
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