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Alt 27.05.2009, 13:34
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Astreya Astreya ist offline
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Standard AW: neu hier: Realistische Einschätzung erwünscht

Ich denke, diese Aussage, dass es "zu spät" für eine Chemo ist, hängt auch wieder von der Art des Tumors ab - und auch welche Chemo zum Einsatz kommen soll. Ich habe gestern einige Publikationen gesichtet, in denen diverse Vorträge aus recht aktuellen onkologischen Konferenzen zusammengefasst waren, und in einem wurde auch über Studien berichtet, dass bestimmte adjuvante Chemos relativ kurzfristig nach einer OP angesetzt werden müssen, um die optimale Wirkung zu erzielen - und wenn diese einige Wochen nach dem optimalen Zeitpunkt eingesetzt wurden, war ihre Wirksamkeit signifikant schlechter - in dem Fall kann man vermutlich wirklich davon sprechen, dass es dann "zu spät" für eben diese Chemo mit diesem Ansatz war.

Das heißt aber nicht, dass es gleichzeitig "zu spät" für jedwede Chemo ist - andere Chemoprotokolle unterliegen wieder ganz anderen Modalitäten und für diese wäre es dann vielleicht gerade der richtige Zeitpunkt.

Wenn ein Krebs aggressiv ist, dann teilen sich die Zellen häufig schneller und sind möglicherweise instabiler - in diesem Fall ist wieder eine andere Chemotherapie angesagt als bei anderen Krebsarten, die wieder andere Parameter haben.

Als ich kürzlich eine Doktorarbeit einer Bekannten über ein mögliches TSG (Tumorsuppressorgen, ein Gen von dem man vermutet, dass es den Ausbruch von Krebs unterdrücken könnte) Korrektur gelesen habe, hatte sie bei ihren Ergebnissen auch das überraschend klingende Resultat, dass solch ein TSG bei einer Krebsart überexprimiert war (also besonders stark auftrat), während es bei einer anderen Krebsart praktisch fehlte. Insofern kann man nicht einmal sagen, das ein TSG generell Krebs unterdrückt, sondern es kommt auch wieder auf den Einzelfall an. Wenn man nun einen Wirkstoff entwickelt, der an einer Stelle bei einer Krebsart ansetzt, dann hat man das Problem, dass es eben nicht generell für alle anderen Krebsarten genauso funktioniert.

Das ist der Grund, warum man sich bei Krebs und der Krebsbehandlung vor Pauschalaussagen hüten muss - was bei einer Sache hilft/stimmig ist/etc, kann beim nächsten Fall ganz anders aussehen.

Insofern kann man zu Deiner Frage bezüglich der Wertung des Krankheitsstandes sagen - das geht so einfach eben nicht, vor allem, wenn man keine tatsächlichen Infos dazu hat. Pauschalaussagen sind bei Krebserkrankungen ziemlich wertlos.

Zu Deiner Frage bezüglich der Metastasen - es ist möglich, dass man daran verstirbt. Aber es ist genauso gut möglich, dass eine passende Therapie Metastasen wieder zum Verschwinden bringen kann.

Geändert von Astreya (27.05.2009 um 13:38 Uhr)
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