Meine liebe Heike,
Erle hat soooo schöne und wahre Worte hinterlassen, dazu fällt mir nicht wirklich nochwas ein.
Mein Jörg hatte (angeblich!) keine Metas, dafür aber Infiltration in sämtliche Venen. Bereits im Mai, als ich ihn kennen lernte, waren alle möglichen Optionen für ihn vorbei und er drohte auch, aufzugeben, auch wenn sich das hier viell. nicht so gelesen hat. Da war eher er derjenige, welcher vermeintlich realistischer war. Es gab nix mehr für ihn, da der letzte Versuch einer viel leichteren (halb dosierten) Chemo hatte ihn fast ins Jenseits befördert - ich schrieb es oft. Aber unsere Liebe und der Zusammenhalt hat ihm eine neue Lebensqualität beschert.
Es wusste keiner mehr, was noch gemacht werden könnte. Hyperthermie, Chin. Akupunktur, Mistel sowieso schon seit Beginn der Krankheit, das waren alles Dinge, die ihn keinesfalls gesund machten, und dennoch hat er es ausprobiert, ganz einfach, um zu hoffen und sich selbst einen Strohhalm zu basteln.
Und wie Birgit es schön schrieb, auch sie wurde schon seit Jahren aufgegeben. Aber sie lebt.
Sicher ist das kein Trost für dich, ich weiß das. Es soll ja nur ein Schubs in die richtige Richtung bedeuten, so dass deine Gedanken wieder ein kleinwenig mutiger werden.
Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr am Dienstag etwas angeboten bekommt, was deinem Mike weiterhin Lebensqualität beschert.

