Thema: Der Wahnsinn
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Alt 02.07.2009, 22:22
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struwwelpeter struwwelpeter ist offline
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Standard Aw: Die Hoffnung Nicht Aufgeben!

Wenn die Tränen einer Mutter fließen wird es schwer, etwas an Trost zu vermitteln!

Vorhin habe ich ein längeres Telefonat mit Christines Mutter geführt. Sie war gerade aus der Klinik zurück und ist völlig fertig und verzweifelt. Dennoch hat sie sich gerne mit mir unterhalten, es tat ihr sogar gut! Die Traurigkeit war schon aus den ersten Worten zu hören. Die Nachrichten aus der Klinik werden immer schlechter: die Atmung ist noch beschwerlicher geworden, die Menge an Sauerstoff wurde wiederum nach oben geschraubt. Die Ärzte sehen kaum noch eine Hoffnung, Christine ist einfach zu schwach um irgendetwas noch „dagegen“ zu setzen! Diese Traurigkeit und diese Tränen konnte ich zwar nicht sehen, doch ich hörte sie aus den Worten von Christines Mutter heraus. An manchen Stellen konnte ich fast nichts mehr sagen, zu traurig waren die Erzählungen.
Christines Mutter sitzt jeden Tag stundenlang am Bett von Christine, erzählt von Allem was sich so ereignet. Auch die Grüße die ich hier aus dem Forum ausgerichtet habe gibt sie weiter. Der Brief ist leider (ich verstehe es nicht) noch nicht da. So hoffe ich dass er Morgen eintrifft, denn ich hatte das Gefühl, Christines Mutter freut sich sehr darüber und möchte vor allem den kleinen Engel Christine ans Bett bringen. Der Bruder und die Schwester von Christine sind auch häufiger da. Die Mutter erzählte mir dass sie sich sorgt um ihren Sohn, es waren ja für die allogene SZT seine Stammzellen. Wieder habe ich die lieben Grüße ausgerichtet und wieder hat sie sich darüber gefreut.
Ich weiß ja dass wir nicht viel tun können, wir können den virtuellen Kraftkreis aufrecht erhalten und noch ein wenig näher zusammen rücken. Und wir können selbst bei diesem Wetter eine Kerze der Hoffnung entzünden und beten. Diese Hilflosigkeit in einer solchen Situation ist fürchterlich, doch dass was wir weiterhin weiter „tragen“ können ist die Hoffnung und Beten für Christine!

Liebe Christine: meine Gedanken sind täglich bei Dir! Ich hoffe sehr Du hast noch ein bisschen Kraft zum Kämpfen, ich wünsche es mir so sehr für Dich! Es macht mich sehr traurig zu „sehen“ wie es Dir geht und Dir nicht hilfreich zur Seite stehen zu können. Alles was mir bleibt ist: beten, und hoffen auf ein kleines Wunder!
Und so nehme ich jetzt die Hand von Nanny, versuche die Verbundenheit noch enger werden zu lassen und reiche meine Hand Hoffnungsvoll weiter an…………………………………..


Geändert von struwwelpeter (02.07.2009 um 22:30 Uhr)