AW: Tamoxifen ... gute Erfahrungen?
Hallo I.J.
im Jahr 2004 wurde bei mir BK im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits zahlreiche Knochenmetastasen.
Die Krankheit hat mich - wie uns alle - so richtig überrumpelt. Nach zwei großen OPs innerhalb von 14 Tagen (Ablatio links und neues Hüftgelenk rechts) kam ich eigentlich gar nicht richtig zum Nachdenken. Ich habe allen Ernstes gedacht, ich müsse bald sterben. Ich hörte ja immer wie "durch Watte" nicht mehr heilbar...leider...tun aber alles mögliche, um ihr Leben zu verlängern...Schmerzen lindern...
Ich habe das damals alles gar nicht so recht begriffen. Aus der Klinik entlassen, hatte ich das Glück, an einen wirklich liebevollen, kompetenten (und auch noch einen in meinem Alter) Onkologen zu geraten. Der hat mich dann erst einmal richtig aufgeklärt: Hormonrezeptoren positiv - zwar nicht dreifach, sondern zweifach - aber trotzdem gut therapierbar - es gibt sehr gute Möglichkeiten, den Krebs aufzuhalten mittels Hormontherapien. Weißt du, ich habe es als Glücksfall oder Segen empfungen, dass es überhaupt Medikamente dagegen gibt. Ich hatte mich ja nie mit so wirklich mit der Option Krebs beschäftigt - alles war immer sehr weit weg und es hatten andere...
Die ersten beiden Jahre habe ich Tamoxifen erhalten und mein Onkologe hielt die AHT vorerst für völlig ausreichend. Man müsse erst einmal keine Chemo machen, sondern die AHT ansetzen und dann sehe man weiter. Man muss ja nicht gleich "aus den vollen schöpfen". Welch weise Entscheidung - so sehe ich das heute. Da nach ca. 2 Jahren wieder vermehrt Knochenmetastasen auftraten, wurde auf Arimidex umgestellt. Tamoxifen hatte also "ausgedient" - mir aber immerhin 2 Jahre Leben geschenkt. Und nach Aussagen meiner Ärzte sind wir therapiemäßig noch "nicht ausgeschöpft" - ein tolles Gefühl (zumindest für mich).
Sicherlich haben diese AHT Nebenwirkungen, die nicht "ohne" sind. Aber sie sind auszuhalten. Knochenschmerzen, Hitzewallungen, Gewichtszunahme treten auf, müssen aber nicht bei jeder Frau enorm sein. Es ist sehr unterschiedlich. Eben so, wie jeder Mensch unterschiedlich auf Medikemente anspricht. Die Nebenwirkungen lassen sich aber mittels anderer Medikation eindämmen.
Will sagen, ich habe dies alles angenommen. Hatte ich eine andere Wahl? Ich bin froh, dass es diese Medikamente gibt. Was wäre sonst? Wäre ich jetzt noch hier? Es lässt sich ertragen. Man muss natürlich (das ist meine Meinung) auch positiv gegenüber diesen Medikamenten eingestellt sein.
Nimm es an! Und wenn du dich damit arrangierst, dann wirst du mit dieser Therapie "eins" sein und sie wird ihre Wirkung tun. Vertraue darauf. Wehre dich nicht dagegen.
Natürlich ist es jetzt meine persönliche Meinung. Aber ich bin dankbar für diese Therapie und -auch wenn es mir nicht immer leicht fällt - ich versuche mit den Nebenwirkungen zurecht zu kommen. Und es funktioniert. Ich gehe sogar arbeiten. Bei solch extremen Wetterkapriolen wie jetzt tun einem zwar die Knochen noch mehr weh, aber da denke ich, anderen, gesunden Menschen, geht es doch auch so. Da nehme ich mal eine Schmerztablette mehr. Jetzt habe ich wieder 2 weitere Jahre geschafft und nun hat wohl auch Arimidex ausgedient. Jetzt kommt ein anderes Medikament, welches mir hoffentlich wieder ein paar Jahre "rausschindet". Bei nicht so fortgeschrittner Krankheit wie bei mir, dauert die AHT im Schnitt 5 jahre und man kann danach durchaus geheilt sein. Das ist es doch wert oder?
Think positiv!
Alles Liebe und optimale Therapieerfolge!
Anja
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Erstdiagnose Jan. 2004
pT4a(mf)pN2a (5/6) M1 G1-2 ER 80% PR 80% C-erb Score 1+) Ablatio links, 6 Knochenmetas - Rezidive 2007 und 2009 
Krebs ist nichts für Feiglinge. Krebs ist eine Erfahrung, auf die ich gern verzichtet hätte.
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