AW: Angst um meine Mutter
Hallo Ihr Lieben,
allen die an uns gedacht haben, ein herzliches Danke schön!
Leider hat nichts von dem geklappt, was ich mir vorgenommen habe. Ich fing schon auf dem Weg Richtung Kapelle an zu heulen. Es war einfach zu überwältigend was ich da vorgefunden habe. Soviele Leute auf einem Haufen. Wahnsinn! Ich hatte ja mit vielen gerechnet, aber mit sovielen.... und die wollten alle zu Mum. Ich bin jetzt noch sprachlos.
In der Kapelle ging es dann weiter. Andres hat das super gemacht und jeden von der Familie einzeln angesprochen. Da war es dann wieder um mich geschehen. Ich habe versucht mich zusammenzureißen, aber es hat nicht geklappt. Ich habe den Tränen dann einfach freien Lauf gelassen. Es ging einfach nicht anders. Der Chor hat dann drei Lieblingslieder von Mum gesungen, die zufällig auch meine sind u.a. Power, weil sie ja eine Powerfrau ist. Wahrscheinlich wundert ihr Euch jetzt, dass ich in der Gegenwart von ihr schreibe, aber für mich wird sie immer weiter leben, auch wenn sie nicht mehr hier ist. Die Kapelle war natürlich auch rappelvoll und alle haben gar keinen Platz gefunden, viele mussten draußen stehen. Grob geschätzt waren bestimmt um die 100 Leute da.
Auf halben Wege zum Grab, bin ich dann wieder in Tränen ausgebrochen. Ich war direkt hinter den Urnenträgern. Ich kann nix dazu. Auch jetzt wo ich schreibe, könnte ich schon wieder heulen. Mein Dad, mit dem ich seit Jahren eigentlich keinen richtigen Kontakt habe, hat versucht mich zu trösten und Mums beste Freundin war auch auf einmal neben mir. Den Weg hat Opa gut geschafft. Überhaupt war er viel tapferer als ich. Ich konnte mich nicht um ihn kümmern, ich war mit mir selbst viel zu sehr beschäftigt.
Nach dem "Vater unser" am Grab war es dann ganz um mich geschehen. Da wurde die Urne runter gelassen und da war es ganz vorbei. Jedes Mal das selbe, da wird einem bewusst, dass sie wirklich nicht mehr wieder kommen. Der erste der Rosenblätter ins Grab warf, war Opa und danach kam ich schon wieder an die Reihe. Ich wollte noch sagen, dass ich sie lieb habe, aber vor lauter Tränen hat es wahrscheinlich keiner gehört. Aber ich hoffe, dass sie es gehört hat. Ich bin dann direkt vom Grab weg gegangen, weil ich nicht wollte, dass man mir am Grab kondoliert. Das hätte ich nicht ertragen, aber es war vorher auch so abgesprochen. Mein Bruder und Opa wollten das auch nicht.
Tja und dann ging es zur Raue. Da ist einiges schief gelaufen, weil ich es einigen Leuten auf dem Friedhof sagen wollte, das sie mitgehen sollte. Aber ich habe total den Überblick verloren und war gar nicht in der Lage dazu. Egal die wichtigsten waren dabei und bei allen anderen muss ich mich wohl für die Panne noch entschuldigen. Es war einfach zu viel.
Gegen 19.30 Uhr war ich dann zu Hause und in der Zeit haben viele angerufen und wollten mir noch mal sagen, wie schön und traurig zugleich das alles war.
So jetzt bin ich auch geschafft und falle nur noch wie eine Flunder in mein Bett.
LG Nicky
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Du hast gekämpft, solange Du konntest
und den Mut loszulassen, als es nicht mehr ging.
Alles wird gut, mach Dir keine Gedanken um uns.
Du bist heim gegangen, als Du wusstest es ist Zeit dafür ....
*03.07.1950 +04.08.2009
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