AW: Stammtisch
Hallo Annette,
Hallo Anemone,
ich glaube auch nicht, dass eine Chemotherapie immer der Weisheit letzter
und vor allem bester Schluß ist.
Bei meinem Mann hatte ich von Anfang an große Bedenken.
Aber es war seine Entscheidung und da kann man dann nur da sein, helfen,
zur Seite stehn und für Wohlfühlen sorgen, so gut es eben geht.
Wolfgang hat bis wenige Tage vor seinem Tod gehofft, dass das Blatt sich wendet.
Meine Schwester, BK vor etwa 15 Jahren, dann viele Jahre ohne Beschwerden
und vor ca. 5 Jahren ein Rezidiv.
Als erstes bekam sie das Rezept für die Perücke und die Ansage eiens Arztes:
1/2 Jahr, bei etwas Glück vielleicht noch 2. Wir waren alle wie gebügelt.
Mit Hilfe ihres Sohnes und ihrer Schwiegertochter (beide Med. des Inneren
und guten Beziehungen zur Onkologie, nur leider nicht hier am Ort),
konnten sie ihre Onkologin überzeugen, es erst mit einer Hormontherapie zu versuchen.
Natürlich kam später auch noch Chemo (erst nach 4 Jahren) und auch Bestrahlung,
aber aus vielleicht 2 Jahren sind inzwischen 5 geworden.
Für sie war es der beschwerliche aber gute Weg, denn inzwischen hat sie
4 Enkelkinder und weiß ihre Kinder in guten Beziehungen.
Das war immer ihr Wunsch.
Sie hat immer damit gerechnet als erste aus unserer Generation über den Regenbogen zu gehen.
Dass Wolfgang ihr da zu vor kommt, das hätten wir alle nicht gedacht.
Und er hat überhaupt keine Chance bekommen in seinem letzten halben Jahr, es war einfach nur schlimm.
Ja und da ist dann noch meine Frage:
Wie entscheidet man sich selbst in so einer Situation.
Keine Ahnung.
Ireen
|