Thema: Stammtisch
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Alt 30.08.2009, 10:09
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AndreaS AndreaS ist offline
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Standard AW: Stammtisch

Guten Morgen Ihr Stammtischler!

Helmut, ich zweifle nicht (mehr) an mir. Natürlich habe ich damals alles nach bestem Wissen und Gewissen getan, habe meinen Mann begleitet so gut es eben ging. Es geht nicht um Selbstzweifel, es geht um das Verzweifeln über das, was geschehen ist, wie es geschehen ist und die Hilflosigkeit. Es wird immer wieder diese Verzweiflungstage in meinem Leben geben, denn egal wie gut mein Leben sich heute wieder anfühlt, egal wieviel schönes mir noch begegnet, ich habe mein altes Leben, das ich sehr geliebt habe, verloren, es ist gestorben und ich habe keine andere Wahl, als es zu akzeptieren, damit weiterzuleben, das Beste daraus zu machen und zu versuchen wieder glücklich zu werden. Ich habe meinen Mann auf meine Art begleitet, auf die Art, die er sein Leben lang geliebt hat, hatte gar keine andere Möglichkeit. Und ja, rückblickend ist man immer schlauer oder doch zumindest meistens. Und auch hier: Hätten wir was anders machen können. Ich denke nicht. Die Zeit, die in der Trauer unser Freund ist, war in der Krankheit unser Feind. Wir hatten keine Zeit. Es musste ein Entschluss gefasst werden und dieser Entschluss führte - so wie ich es heute sehe - unwillkürlich zum Kräfteverlust und damit zum doch sehr schnellen Tod. Wäre Zeit geblieben, um etwas anderes, alternatives auszuprobieren. Wäre der Ausgang ein anderer gewesen? Ich weiß es nicht. Ich denke nein, aber irgendwie lässt mich die Vermutung nicht los, dass es nicht so brutal gewesen wäre.

Ich glaube Illy versteht genau was ich meine.

Schön, dass es dir im Augenblick gut geht Illy. Ich weiß nicht, ob es anhält bzw. wie lange. Aber ich kann dir sagen, dass du aus jedem Tag, an dem du dich glücklich fühlst Kraft ziehen wirst für die Tage, an denen das Tier lauert. Für die Abstürze, die vielleicht doch wieder kommen werden. Bei mir ist es zumindest so. Sie kommen noch immer, merkst du ja, sonst hätte ich nicht nach 5 Jahren immer mal wieder so viel von der Seele zu schreiben, Päckchen zu schnüren. Aber es ist milder, gnädiger, wirft mich nicht mehr vollkommen aus der Bahn. Es ist schön, dass es dir gut geht und ich wünsche dir ganz viel Glück mit deiner neuen Arbeitsstelle, die auch ein wenig neues Lebensglück bescheren wird. Wenn zu all dem Schmerz auch noch finanzielle Sorgen kommen (ich weiß, wovon du sprichst) ist es verdammt heftig.

Die Sonne scheint, der Kaffee ruft. Mal sehen, was wir mit dem Sonntag heute noch so anstellen.

Ich wünsche uns allen einen sonnigen Tag voll Seelenfrieden und, ganz wichtig,

lasst euch nicht ärgern, von niemandem!

LG
Andrea
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Που να 'σαι τώρα που κρυώνω και φοβάμαι
και δεν επέστρεψες
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