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Alt 07.09.2009, 14:03
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milki1 milki1 ist offline
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Registriert seit: 08.12.2005
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Standard AW: Betroffen?! Angehörig?! Herzlich Willkommen!

Liebe Annika!

Ich kann nachvollziehen, dass Du Sch.....-sauer und voller Angst bist! Ihr habt da eine fast unüberwindbare Extremsituation, da Deine Mutter sich nun mal nicht helfen lassen möchte.

Deine Mutter ist voller Angst, daher auch das "rundumschlagen" mit Terminabsagen, Dich nicht anrufen und informieren lasse, Onkodoc nicht anrufen und und und. Sie hat wirklich sehr grosse Angst ins KH zu kommen, da sie ihre Situation ja im Ganzen sieht und begreift (daher glaube ich auch nicht an Hirnmetas). Sie weiss, dass jetzt für zu Hause schon soweit alles ausgeschöpft ist und das sie leider trotz dem PD Dienst und der Hilfe Ihres Mannes immer noch ein Sturz nicht abwendbar ist. Sprich Alarmglocken für Sie an, da stimmt was nicht. Daher auch kein Anruf bei Dir, sie will Dich in keinem Fall beunruhigen, will nicht, dass Du sie so siehst. Auch wenn Du nichts sagen würdest, würde sie in Deinen Augen sehen, was Du denkst und das möchte sie nicht, kann es vermutlich auch nicht verkraften. Der Druck ist auch ungesagt zu gross.

Nun zu Ihrem Mann. Er kann die Belastung, körperlich und seelisch auch nicht auf Dauer durchhalten. Nur er kann da auf den Tisch hauen und im Moment sagen, jetzt ist Schluss er macht da nicht mehr mit und Deine Ma muss nun handeln oder er handelt für sie. Das wiederum wird er nicht tun, denn er möchte ja alles möglich machen, wie sie es gerne möchte. Absolut verständlich, aber wie lange wird er das durchhalten? Er sollte zumindest durchsetzen, dass der PD - kommen darf. Ich hoffe das schafft er und Deine Mutter ist in der Hinsicht einsichtig.

Das Du von Dir aus schon versuchst, den Onkologen zu erreichen, zeigt wie weit Du eigentlich bist. Ich habe damals einen Termin beim Onkologen bekommen und über die Situation gesprochen, als ob es sich um eine Anonyme Person handelt. Darauf wurde mir die entsprechende Vorgehensweise für die "unbekannte Person" empfohlen und der Hausarzt wurde vom Onkologen unterrichtet mal vorbeizugehen, da der Patient schon länger nicht mehr vorstellig war. Damit ging es mir besser und mein Vater hat sich damals darüber "gefreut", dass der Arzt mal vorbeigesehen hat. Ich hatte Angst sonst nicht damit klarzukommen, wenn ich hinterher wegen Unterlassung der Hilfestellung mit mir selbst nicht mehr ins Reine komme und musste diesen Weg aus dem Händegebundenen "zuschauen" gehen. Somit habe ich meinen Vater nicht "entmündigt" und habe entsprechende Hilfe geleistet, ohne anzuecken. Vielleicht wäre auch dies ein Weg für Dich oder Ihren Mann?

Ich wünsche Euch von Herzen, dass schnell eine Lösung gefunden wird und Deine Mutter sich helfen lässt. Du bist eine tolle Frau Annika und wie Du das alles unter einen Hut bringst ist wirklich unbeschreiblich.

Drück Dich,
Milki
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