AW: Eierstockkrebs mit starken Lebermetastasen
Liebe Lolle,
so wie es aussieht, macht sich deine Mama langsam auf den Weg. Mein Papa hat uns am 1. August verlassen und die Situation deiner Mama, wie du sie schilderst erinnert mich sehr daran. Mein Papa hat rapide abgebaut, war teilweise in einer ganz anderen Welt, man konnte kaum noch mit ihm sprechen. Zwischendurch mal kurz klar, tröstete er uns und meinte, es wäre schon alles so richtig und er würde sich auf dem Weg auf die andere Seite befinden.
Liebe Lolle, du hast gefragt, wie deine Mama gehen wird. Du hast davor Angst. Ich weiß genau wie das ist. All meine Befürchtungen, wie mein Vater sterben wird, waren für mich der Horror. Aber man kann keine Voraussagen treffen.
Jetzt, nachdem ich beim Tod meines Vaters anwesend war, kann ich dir sagen, hab keine Angst: mein Papa war auch auf einer Palliativstation und da wird alles getan um den Weg so leicht wie möglich zu machen. Die Patienten bekommen was sie brauchen, um weder Schmerzen noch Angst zu erleiden. Er hat selbst seine Luftnot nicht mehr gespürt. Mein Vater ist fürmich offensichtlich ohne Schmerzen und Angst gegangen.
Das wichtigste ist, dass du versuchst so oft wie möglich bei deiner Mama zu sein. Die Zeit, die du jetzt mit ihr verbringst kann dir keiner mehr nehmen. Vielleicht ist sie jetzt auch nur aufgrund der Schmerzmittel verwirrt.
Ich wünsche dir alles Gute, bleib stark, du schaffst das und deiner Mama wünsche ich eine schmerzfreie ruhige Zeit mit dir bis sie über den Regenbogen gehen kann.
Liebe Grüße
Viki
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