...nach der Lungen-OP
Liebe Angi, lieber Gunter!
Mir fehlen ein wenig die Worte, aber ich will versuchen, sie wiederzufinden. Ich werde vielleicht mal allgemein beginnen: ich glaube, dass wir hier unglaublich stolz sein können, dass sich soviele unterschiedliche Menschen, mit verschiedenen Charakteren, Angehörige und Betroffene so gut austauschen können und so gut verstehen. Ich danke Euch beiden, dass Ihr das Geschriebene abgeschickt habt, denn es holt einen (zumindest mich) mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und macht klar, was im Leben wichtig ist. Wie unwichtig die kleinen Widrigkeiten des Lebens sind. Es hat mir aber auch wieder mal etwas anderes klargemacht: 1. man sollte niemals nur einer ärztlichen Meinung vertrauen sondern immer mindestens eine weitere einholen (Posting von Angi) und auch den Mut aufbringen ärztliche Entscheidungen in Frage zu stellen (Posting von Gunter) und sie sich genauestens erklären lassen. Und sei es auch nur, um Fragen stellen zu können, wenn man etwas nicht verstanden hat.
Gunter: Ich bin heilfroh, dass Dein Leibwächterdrache sich durchgesetzt hat und nicht locker gelassen hat. Wir alle drücken hier die Daumen, dass sich alles zum positiven wendet. So ein Durchhänger wie gestern muss einfach sein. Vielleicht auch als Selbstschutz des Körpers, um diesen nicht noch weiter zu überfordern.
Angi: Ich glaube, dass Du Deiner Mutter den grössten Gefallen getan hast, in dem Du "die Augen offen gehalten hast, um herauszufinden, was SIE will und nicht, was DU willst." Mir ist dies leider während der Krankheit meines Stiefvaters nicht immer gelungen. Vielleicht aber auch (dies ist das Einzige, was ich mir zu gute halte), weil er überhaupt nichts mehr gemacht hat und machen wollte. Bedingt durch diese elenden stoffwechsel-bedingten Depressionen. Ich habe dann irgendwann (wenigstens teilweise) das Ruder in die Hand genommen und diese sinkende Schiff versucht zu steuern. Durch Anregungen, Vorschläge. Ich weiss bis heute nicht, ob ich ihn damit bedrängt habe. Keine Ahnung. Ich bin auch so ein Leibwächterdrache und habe doch die eine oder andere ärztliche Entscheidung nicht verhindern können. Entscheidungen, die mehr als fragwürdig waren. Ich wünsche mir heute, ich hätte dieses Forum eher entdeckt. Ich wäre besser informiert gewesen und vielleicht auch besser vorbereitet. Vielleicht hätte ich dann doch manche ärztliche Entscheidung noch mehr hinterfragt und verhindern können. Viele Vielleichts..., viel hätte wenn und aber. Auf diese Vielleichts bekomme ich leider keine Antwort mehr, aber auch mir hilft es ungeheuerlich, hier zu schreiben und zu lesen. Emotional geht es mir seitdem wesentlich besser. Die trüben Tage sind wesentlich weniger geworden und wenn dann mal ein trüber Tag kommt, wird man hier auf dem Sofa wieder aufgerichtet. Euch allen lieben Dank dafür.
Ich drücke alle Daumen und alles was es sonst noch zum Drücken gibt für alle Untersuchungen und Behandlungen.
An alle stillen und aktiven Mitleser herzliche Grüsse und jedem einen dicken Knuddler
Bee
|