AW: Nichts hilft....was nun???
Liebe Karla,
ich bekam vor 8 moanten die diagnos unheilbare leukämie, überlebenschancen zwischen 2 und 15 monaten. bin gestern 65 jahre alt geworden und war meinem hausarzt und meinem onkologen sehr dankbar, dass sie mir ungeschminkt die wahrheit gesagt haben.
ich verspürte schon lange meinen körperlichen zerfall, tat das aber mit dem alter ab, bis eben zu jenem moment, wo ich innerlich wusste, dass ich eine sehr schlimme krankheit habe. ich hätte mich sonst weiterhin geschämt, meine hausarbeit nicht mehr machen zu können und eben auf meinen körper zu hören und viel zu liegen. auch konnte ich vieles regeln, das mir sehr am herzen lag. habe drei jungs und der jüngste ist mein sorgenkind. konnte nun auch das regeln, dass weiterhin jemand seine stüzte ist.
früher sprach man nur mit den nächsten verwandten und mit den betroffenen nicht. heute finde ich auch, dass eben jeder patient mündig ist und eine solche diagnose vom arzt selbst hören sollte, auch wenn sie einem umwirft und schrecklich weh tut.
heute können meine söhne und ich, offen mit dem thema umgehen und wir reden viel darüber. weil ich um meine diagnose weiss, werde ich auf eine palliativabteilung gehen, wenn ich nicht mehr selbst aufstehen kann oder ich meine körperpflege nicht mehr selbst erledigen kann.
habe so viel gutes von den hospiz bei euch in deutschland gehört. die patienten fühlen sich dort gut aufgehoben. doch wie sollte euer vater dorthin gehen, wenn er vielleicht hoffnung hat, die erschöpfung würde sich wieder bessern.
wünsche euch von herzen viel kraft und
einen lieben gruss
babs
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