Hallo Sophia,
Polamidon ist ein synthetisch hergestelltes Opioid (in D bekannt als Methadon, als Ersatz für Heroin-Abhängige bei akutem Entzug). Ob es "besser" ist als Morphin, weiss ich nicht. Die Pharma-Industrie verdient an beidem (Morphium gibt's auch auf Rezept). Auf jeden Fall tut dein Vater gut daran, die Dosis nicht ohne ärztlichen Rat zu erhöhen. Wenn deine Mum aus den Schmerzen raus soll, geht kein Weg an einem Fach(!)arzt - (nicht Hausarzt) vorbei.
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Zitat von sophia*
ich kriege meine mum nicht in eine klinik, sie will einfach nicht, auch nicht zur rein palliativen behandlung. ich weiss auch nicht warum. das problem ist, dass sie nicht ehrlich zu uns ist und uns anlügt. mit ihr reden kann man darüber auch nciht.
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Spontan würde ich da sagen: wenn das so ist, dann könnt ihr nicht mehr tun, als ihr ohne ihre Zustimmung einen Arzt nach Hause zu holen (ein Facharzt wird da aber kaum kommen), sie ins Krankenhaus zu schaffen, oder ihr eure Unterstützung zu versagen. Alles brutal. Aber brutal ist sie zu euch auch. Wenn reden nicht möglich ist, muss wohl irgendwer den Schwarzen Peter nehmen und auf eigenen Verantwortung handeln ?!?!
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ich weiss nicht, man denkt immer, der kranke mensch steht völlig im vordergrund und nur seine bedürfnisse sind zu berücksichtigen. aber das geht doch nur für einen gewissen zeitraum.
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Eben. V.a. bedarf das der "Mitarbeit" des Kranken. Wie soll man jemandem helfen, der sich nicht helfen lassen will
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die letzten sätze halten vermutlich viele hier für verwerflich, vielleicht ist es das auch. aber es erdrückt! und irgendwann begann ich, mehr an die lebenden zu denken. ich will nciht das mein vater vor lauter belastung auch noch krank wird, damit wäre niemandem gedient. es tut mir leid das sagen zu müssen, aber mein mum ist undankbar, das macht es nicht leichter!
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Ich finde das überhaupt nicht verwerflich. Aber andererseits auch egal, wie du das Verhalten deiner Mum interpretierst. Ob sie nun "undankbar", "halsstarrig", "bockig" oder sonstwas in euren Augen ist - egal. Solange ihr daran irgendwas ändern könnt. Der erste Schritt zum Ändern wäre m.E., mit ihr zu reden. Aber das geht ja wohl leider nicht, wenn sie nicht will.
Eine brutalere Methode von "Klartext reden" wäre, wenn der Vater (der ja die Hauptlast trägt) sagen würde: "wenn du dich weigerst, dich palliativ behandeln zu lassen... dann weigere ich mich, dich zu pflegen." Würde sicher wirken. Aber wer bringt sowas als Angehöriger fertig
Was mir zu deiner Situation einfällt, ist leider auch kein konstruktiver Rat. Sondern nur ein "sei froh, dass du 350 km weit weg wohnst - und dir das Elend nicht tagtäglich angucken musst." Wahrscheinlich kriege ich für folgendes eine Verwarnung der Moderation, aber egal, ganz gerade heraus:
Wenn deine Mutter unbedingt elendig unter Schmerzen krepieren will und davon nicht mit Geld und guten Worten abzubringen ist... dann soll sie das eben tun. Das ist ihre freie Entscheidung. Hierzulande darf jeder sterben, wie er will. Aber es ist auch die freie Entscheidung der Angehörigen, sich der "Beihilfe" dabei zu verweigern. Dass das Sterben deiner Mutter unter den Bedingungen keine harmonische Familienangelegenheit wird, ist schon klar. Und in deiner Haut oder gar der deines Vaters möchte ich nicht stecken.
Trotzdem wirst du mit deinem Vater zusammen eine Entscheidung treffen müssen. Wenn es sich um meine Frau handelte, wüßte ich, was ich täte: ich würde sie gegen ihren Willen ins Krankenhaus bringen (und sie rechtzeitig wieder rausholen, damit sie Zuhause sterben kann). Was ihr tut / tun könnt, wisst nur ihr selbst.
Viele Grüße,
Stefan