...nach der Lungen-OP
Hallo Marion, ich finde Menschen, die sich aktiv für den Tierschutz einsetzen, super! Ich bewundere sie auch (besonders, weil ich eben den Hintern dazu nicht hochkrieg). Ich beteilige mich eher passiv, WWF, Vogelschutz und Tierschutz in KL finanziell, Komitee gegen Vogelmord und Animal Asia Foundation, je wie es im Geldbeutel aussieht, mit einer Spende oder bei Unterschriftsaktionen.
Ein Pitbull names Häschen, hat bei mir auch eine Lachattacke ausgelöst.....
Menschen können wirklich sehr grausam gegenüber Tieren sein. Ich erinner mich an einen Tierarztbesuch mit meinem ersten Geier (sorry, Geier ist bei Papahaltern eher ein Kosewort), da saß ein junger Mann, der einen Winzling von Hund im Arm hatte, der eben zur Kontrolle mußte. Der kleine Kerl war so drollig und herzig und man kam ins Gespräch. Der junge Mann erzählte mir dann die Vorgeschichte von dem kleinen Hund. Er wurde vom Vorbesitzer als Welpe an die Wand geworfen, der Hund hat sich da einige Wirbel gebrochen. Der junge Mann hat dann den armen Kerl zu sich genommen und dafür gesorgt, daß er ärztlich versorgt wurde. Marion, du wirst wahrscheinlich noch mehr solcher Tierschicksale kennen. Ich hab auch schon viele Berichte über Gnadenhöfe von Papageien gesehen, drüber gelesen, hab da teilweise auch über ein Forum Kontakt gehabt. Es ist schlimm.
Mein erster Papagei Jacomo, gut, man könnte es auch Mitleidskauf nennen. Aber ich hab ihn behalten, hab ihn auch geliebt. Ich sah ihn im Schaufenster (!) einer Zoohandlung, der arme Kerl saß in einem klitzekleinen Käfig und hat geschrien wie am Spieß und die Kunden haben ihn noch mehr verängstigt. Außerdem völlig verängstigter Wildfang, nicht richtig behandelter Bruch eines Flügels, dadurch flugunfähig. Ich hab ihn gekauft, am Anfang hat er gerupft, aber er kam doch zur Ruhe. Handzahm wurde er nie, aber es war ein sehr schönes Gefühl, wenn er doch ab und zu etwas Zutrauen gezeigt hat. Amadeus dagegen ist eine Handaufzucht und natürlich kann man das nicht vergleichen. Ja, Mitleidskäufe sind nicht immer das Wahre, manche vergessen das Mitleid sehr schnell und der Vogel wird wieder abgeschoben und wird zu einem rupfenden, völlig gestörtem Vogel. Für andere Tiere trifft das auch zu, sicher. Von Menschen verkorkste Kreaturen, wo man nur noch Heulen könnte.
Meine Mutter steckt die Diagnose bewundernswert weg. Jedenfalls nach außen hin. Klar, sie hat Angst vor dem nächsten Gespräch mit dem Onkologen, da kann sie mir nichts vormachen. Aber sie wirkt da irgendwie auch wieder sehr gelassen. Ich hab auch wieder Bammel vor dem Dienstag. Zwischen den Untersuchungen lebt man fast normal, dann kommen wieder die Tage vor den Untersuchungen, Gesprächen... Angst, wie geht es weiter.
Lommi, zünde die Kerzen ruhig an, bitte auch eine für meinen Jacomo und Charlie. Ich halte dich nicht für verrückt. Wenn alle Menschen für ihre Tiere ein Licht anzünden würden, dann würde sich wohl mehr Menschlichkeit zeigen und vieles, was in dieser Welt abläuft, könnte vermieden werden.
Ich hör jetzt lieber auf, sonst philosophier ich ja noch ewig rum.
Ich sag ja, Baldriantee für alle!!!
Liebe Grüße
Christa
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