AW: HILFE zur schnellen Entscheidung.....
Hallo!
Bei mir wurde letztes Jahr im Mai auch der Hoden entnommen wegen Hodenkrebs.
Bei mir war es dann auch die selbe Situation wie bei deinem Freund. Es wurden keine Metastasen gefunden. Deshalb wurden mir von meinem Urologen auch die selben 2 Möglichkeiten angeboten: 1. Wait-and-see-Programm 2. 2 Zyklen Chemo (PEB)
Falls ich mich für das Wait and see Programm entscheiden sollte und später dann irgendwelche metastasen auftreten....müssten mindestens 3 Zyklen gemacht werden.
Ich habe mir das dann übers Wochenende überlegt und mit meiner Freundin besprochen. Letztendlich habe ich mich dann für die Chemotherapie entschieden.
Habe das dann meinem Urologen mitgeteilt und habe dann gleich einen Besprechnungstermin mit dem Arzt im Krankenhaus Eberbach (Urolgoie) vereinbart. Diese Krankenhaus bzw. die Urologie dort ist sehr gut und auch wohl etwas bekannter.
Bei dem Gespräch im Krankenhaus wurde mir aber deutlich gemacht, dass es in meinem Fall gar keine anderen Möglichkeiten gibt. Also es MUSS eine Chemotherapie gemacht. Da war ich erstmal stutzig, da mir ja mein Urologe noch das andere Modell vorgeschlagen hat. Aber das war bei mir wohl ein Sonderfall, da mein Tumor schon sehr fortgeschritten war und schon vor dem "zerfall" war. Dies könnte hervorgerufen haben, dass im Körper Mykrometastaten vorhanden sind die man aber nicht nachweisen kann. erst wenn sie größer sind. Durch eine Chemotherapie werden diese mykrometastasen dann aber zerstört und werden erst gar nicht größer. Der Arzt in dem Krankenhaus war/ist echt super. Habe mich bei dem sofort gut beraten und aufgehoben gefühlt. Er hat mir alles erklärt. Das Gespräch ging insgesamt 2 Stunden. Aber danach war ich sehr gut informiert und auch beruhigter vor der bevorstehenden Chemo.
Im Juli 2009 ging es dann mit der Chemotherapie los. Voraussetzung für den beginn war, dass ich gesund bin. Denn so eine Chemo zwingt dich schon etwas in die Knie.
1. Zyklus:
Vor dem eigentlichen Chemobeginn habe ich erstmal einen Venenkatheter gelegt bekommen. An der Halsschlagader wurde alles beteubt und dann wurd ein dünner schlauch über die Vene direkt vors Herz geschoben. Somit konnten dann die Medikamente direkt an den schlauch angeschlossen werden und das Herz hat dan gleich alles schön im Körper verteilt :-) Vor diesem Eingriff hatte ich eigentlich die größte Panik. danach wurde das ganze geröntgt um zu schauen, ob der schlauch auch wirklich richtig liegt. Eine Chemotherapie über die Vene am arm wäre nicht möglich gewesen, da die Vene nach kürzester Zeit kaputt gegangen wäre. Und so viel Venen hat man ja am Arm nicht.
Danach gings eigentlich schon mit der eigentlichen Chemo los.
Erster Tag: Bleomycin, Cisplatin und Etoposid,
Zweiter Tag: Cisplatin, Etoposid
Dritter Tag: Cisplatin, Etoposid
Vierter Tag: Cisplatin, Etoposid
Fünfter Tag: Cisplatin, Etoposid
Endlich den Schlauch wieder raus aus dem Hals und ab Nach Hause übers Wochenende!
Montag (sechster Tag): Cisplatin, Etoposid -> direkt über die Vene am Arm
Dienstag (siebter Tag): Cisplatin, Etoposid -> direkt über die Vene am Arm
Danach gings wieder Nach Hause.
Montag (achter Tag): Cisplatin, Etoposid -> direkt über die Vene am Arm
Dienstag (neunter Tag): Cisplatin, Etoposid -> direkt über die Vene am Arm
Danach war der 1. Zyklus vorbei den Montag darauf gings das selbe wieder von vorne los.
Die ganze Chemotherapie war immer stationär. Dies ist zwar ätzend, aber auch nur eine vorsichtsmaßnahme des Krankenhauses. Dies ist wohl von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich.
Nun komm ich mal zum Punkt: Ich würde deinem Freund schon zur Chemo raten, auch wenn dies echt ne harte Zeit für euch beide sein wird. Für dich wohl an manchen Tagen noch schlimmer als für dein Freund. So wars zumindest bei mir und meiner Freundin :-) Aber die ständige monatliche Kontrolle ist wahrscheinlich eine viel höhere Belastung!
Hoffe dir/euch etwas geholfen zu haben. Bei weiteren Fragen könnt ihr euch auch gerne an mich wenden. Helfe gerne wenn ich kann :-)
Grüße, Stefan
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