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Alt 04.04.2010, 12:39
ninchen ninchen ist offline
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Standard AW: Rezidiv bei sekundärer AML

Liebe Petra, lieber Bernd,

vielen vielen Dank für eure lieben Worte. Ich hatte den Eintag gestern noch gelesen, musste aber erst die Nacht darüber gehen lassen.
Auch ich habe in den letzten Wochen einiges von Sandy gelesen und es hat mich sehr berührt. Sie war jedoch in manchen Dingen ganz anders als Chris, hat über ihre Ängste und Gefühle, über ihre Verzweiflung gesprochen. Oft habe ich mich gefragt, ob er genauso empfindet. Chris hat immer alles mit sich selbst ausgemacht, nur dann geredet, wenn er das Gefühl hatte, anderen damit zu helfen. Hier zu schreiben, fremde Menschen mit seinen Problemen zu "belasten" - für ihn absolut unvorstellbar.
Er hatte in diesen letzten Stunden furchtbare Schmerzen, hat aber stärkerer Medikamente oder gar eine finale Sedierung abgelehnt. Wollte einen klaren Kopf behalten, um bis zuletzt ganz bei uns sein zu können. Irgendwann saßen wir alle bei ihm im Bett. Papa hat ihn in den Armen gehalten, Marie und ich seine Hände genommen und ihn gestreichelt. Als er nicht mehr sprechen konnte, hat er uns immer wieder angeschaut, versucht zu lächeln. Er hat die Latte so verdammt hoch gelegt. Dem, was er uns vorgelebt hat, werden wir wohl niemals gerecht werden können. Auch das tut so weh!
Chris hat immer gesagt, Gott lädt einem nicht mehr auf, als das, was man tragen kann. So hat er alles angenommen und getragen. Vielleicht ist dies der Grund, warum es ihn und auch eure tapfere Sandy getroffen hat.
Der leitende OA von der ITS hat sich am Donnerstagabend nach dem Gottesdienst bedankt. Sie hätten alle soviel von Chris gelernt. Er hätte soviel Mut, Tapferkeit und Weisheit besessen - beim Blick auf sein Geburtsdatum hätten sie jedoch alle stets mit den Tränen gekämpft. 50 Jahre später, wäre immer noch früh genug gewesen.

Jetzt müssen wir irgendwie ohne ihn weiter machen.
Es ist, wie das Meer da draußen - nur ein Meer aus Trauer und Schmerz.
Wir versuchen zu schwimmen und nicht unterzugehen. Aus den großen Wellen immer wieder aufzutauchen. Papa schwimmt am besten, zumindest aus der Ferne, Marie schwimmt nicht mehr, sie liegt auf einem Stück Treibholz. Wenn sie runtergespült wird ist sie weg. Und ich ......... bemüh mich irgendwie den Kopf oben zu halten. Es muss doch irgendwie gehen.

Euch nochmals vielen vielen Dank und alles Liebe von

Nina
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