Hallo Ramona,
sorry, daß ich so lang nicht geschrieben habe, aber Du weißt ja, die doofen
NWs.
Ich hoffe, Du hast Deine Chemo soweit gut vertragen wie die anderen, ich
bin am Dienstag wieder dran und hab jetzt schon die Nase voll.
Es tut mir so leid für Dich wg. den Lungenmetas aber weißt Du, ich mache
auch immer den "Fehler" und lese, lese, lese und dann gehts mir noch schlechter als eh schon. Ich kann Dir da leider auch nix informatives sagen,
es ist halt diese schreckliche Ungewissheit, eben weil man nie weiß, wielange,
was passiert noch, kommt es wieder, etc. etc.
Ich fürchte wir müssen lernen damit zu leben und ich habe absolut keine
Ahnung wie man sowas lernen kann. Aber es gibt Menschen, die können es
oder haben es schon gelernt, vielleicht können wir es dann auch.
Es wird viel Zeit brauchen und Kraft und ich glaube während der laufenden
Behandlung sprich Chemo, op, undsoweiter hat man eh nicht soviel.
Aber wenn das "akute" erstmal rum ist, dann kommt auch die Kraft wieder
für die Zukunft und Vertrauen in sich selbst und in unsere Zeit.
Was ich damit meine, z. B. vor 10 Jahren (als meine Mutter erkrankte), gab
es soviele Behandlungs- oder vor allem diagnostische Verfahren noch gar
nicht. Es hat sich soviel getan.
Gerade im Bereich Brustkrebs wird viel gemacht vor allem es steht in der
Öffentlichkeit, es gibt Selbsthilfegruppen noch und nöcher, Brustzentren in
fast jeder einigermaßen großen Stadt. Es wird viel offener damit umgegangen
und es gibt sogar extra geschulte Psycho-Onkologen. Vielleicht ist Dir damit
geholfen. Einfach das Gefühl haben, Du bist nicht alleine. Vielleicht magst Du
Dich ja an so eine Stelle wenden, ich denke, die sind nicht schlecht.
Ich Troll lebe naklar auf dem Land, dichteste Provinz, aber selbst hier gibt
es tolle Psychologen und Menschen mit den selben oder ähnlichen Erfahrungen.
Ach Ramona, ich wünschte ich könnte Dich trösten und Dir sagen, es wird
alles wieder gut. Aber das kann ich nicht und jeder der diesen Satz zu mir
sagt, den könnte ich gerade mal in den Hintern treten.
Bleib tapfer. Auch wenn Du Dich jetzt in diesem Moment Scheiße fühlst.
Ich bin ganz sicher Deine Hunde geben Dir Kraft, ich habe übrigens auch eine
ganz liebe Mischlingshündin und zwei Katzen. Hatte auch davor schon immer
einen Hund. Wenn ich da sitz und mich diese schrecklichen Gedanken quälen,
beobachte ich manchmal meine Tiere und denke mir: sie denken über sowas
gar nicht nach, sie leben einfach. Ich versuche das auch zu lernen.
Gaaaaanz liebe Grüße