AW: Myriam
Ich gebe dir recht, liebe Ingrid,
wobei, das eine Weihnachten kommt bestimmt, da bin ich mir ganz sicher. Der Unterschied ist nur, da weiss ich, dass mir was geschenkt wird. Manchmal sogar was mir geschenkt wird. Was hinzu kommt: dieses Weihnachten ist ein festes Datum und dazu hab ich keine festen Wünsche. Ich lass mich einfach überraschen.
Das andere Weihnachten. Dazu kann ich nur meinen Lottoschein ausfüllen und abgeben. Allerdings weiss ich nicht wann dieses Weihnachten stattfindet noch weiss ich, was da in Geschenkpapier eingepackt ist. Und vorallem, ob überhaupt. Klar, ich bin neugierig. Und wie! Und ich möchte dieses Geschenk auspacken. Am liebsten Morgen früh. Nur, das Warten auf Weihnachten ist manchmal verdammt lang und schwer.
Trotzdem Danke für das grosse Paket Neugier. Ich denke, dass es noch sehr lange Bestand hat.
Liebe Gerda, liebe Ute,
irgendwie ist es komisch. Da bekommt man herzliche Wünsche und Trost von Menschen, denen es zumindest zeitweise genauso geht, manchmal schlimmer, wie einem selbst und man fühlt sich ein bisschen wohler danach. Warum? Ganz sicher nicht, weil man sich an dem Leid anderer hochziehen kann. Sondern weil man sieht, dass andere trotz ihres eigenen Leides noch die Kraft haben zu trösten und Mut zu machen. Und man hat die Gewissheit, zumindest damit nicht allein zu sein. Danke.
Also geh ich morgen früh meinen Lottoschein abgeben. Vielleicht wird ja doch noch was draus? Ich will und darf nicht undankbar sein. An und für sich ist das Leben ja geniessbar. Nur oft ziemlich eintönig und an manchen Tagen, so wie heute halt: entsetzlich öde und kalt.
Alles Liebe
Helmut
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