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Alt 19.04.2010, 19:53
Erdbeere Erdbeere ist offline
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Unglücklich Der grausame Weg meines lieben Papas :(

Hallo ihr Lieben,

lange schon bin ich hier im Forum unterwegs, bisher habe ich allerdings immer nur gelesen, noch nie selbst etwas geschrieben. Aber irgendwie habe ich heute das Bedürfnis mir alles mal von der Seele zu schreiben...

Angefangen hat alles im August 08 als mein Papa (53) die niederschmetternde Diagnose Hirntumor genauer gesagt Glioblastom erhalten hat. Damals hieß es, dass er wohl noch ein halbes Jahr zu leben hat. Tja und heute nach mehr als 1 1/2 Jahren lebt er immer noch, naja falls man das so nennen kann. Denn es ist einfach nur noch schrecklich, er liegt seit ca. einem halben Jahr einfach nur noch im Bett, sprechen kann er auch schon lange nicht mehr. Die letzte Chemo hat er Anfang November bekommen, danach wurde damit aufgehört, da sie nichts mehr gebracht hat.

Bis vor ein paar Wochen konnte er wenigstens noch alleine essen und trinken, jetzt wird er gefüttert und trinkt mit Strohhalm. Und aufs Klo kann er natürlich auch nicht mehr, vielmehr hat er jetzt Pampers an.
Mein Papa, der immer ein starker, stolzer Mann war, nie krank und alles musste immer ordentlich und sauber sein. Und jetzt?? Macht er fast jede Nacht ins Bett...
Er vegetiert einfach nur noch vor sich hin, schreit oder wimmert teilweise den ganzen Tag. Einem Tier hätte man schon längst einen Gnadenstoß verpasst, aber das Sterben meines Papas ist einfach nur grausam. Sowas hat er einfach nicht verdient. Wenn wir ihn z. B. gerade wickeln schaut er manchmal mit weit aufgerissenen Augen an die Decke, sodass wir denken es wäre gleich vorbei, aber irgendwie dann doch nicht. Er war schon immer ein Kämpfer, ließ sich nie unterkriegen und genauso kämpft er auch jetzt noch gegen diesen Krebs. Im Dezember hat er schomal für ca. 3 Wochen Morphium-Pflaster bekommen, das wurde dann jedoch wieder abgesetzt.

Ich (21) wohne etwas weiter weg, versuche aber so oft wie möglich zuhause zu sein und meine Mama und meinen Bruder (19) zu unterstützen, vor allem da meine Mama Brustkrebs hat und schon 2x operiert wurde. Wenigstens ist der Krebs bei ihr zur Zeit zum Stillstand gekommen. Ich bewundere die beiden wirklich, wie sie das tagtäglich hinbekommen, zum Glück haben wir auch eine liebe Verwandtschaft, die uns hilft.

Nur dieses ständige Geschreie von ihm, es ist so furchtbar und vor allem wissen wir ja nicht immer warum. Er wird palliativ behandelt und bekommt Medikamente (Ibuprofen, Novalgin-Tropfen) gegen die Schmerzen. Hat er trotzdem welche? Weil Schmerzen soll er ja keine haben, es ist so schon schlimm genug für ihn. Wenn wir ihn fragen, schüttelt er den Kopf, 5min später fängt er dann aber wieder an zu wimmern. Schmerzen? Hunger? Klo? oder doch was anderes?

Tut mir leid, wenn ich euch jetzt so vollgetextet habe, aber es tat wirklich wahnsinnig gut sich alles mal von der Seele zu schreiben.

Eine Frage hätte ich aber noch: Wisst ihr wie man dieses Stuhlgang-Problem in den Griff bekommen könnte? Klar er hat Pampers an, aber irgendwie ist trotzdem jeden Morgen das Bett nass.

Danke fürs Zuhören!

Liebe Grüße
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