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Alt 18.03.2004, 13:01
Gast
 
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Standard junge Frauen und der Tod der Mutter

Hallo Ihr Lieben,

wenn ich Eure berichte so lesen, bin ich ja froh, dass ich nicht allein bin mit meinem Verlust.
Ich habe mit meiner Mutti seit Beginn der Krankheit (Juni 2003) eigentlich alles gemacht. Sie wollte weder von meiner Schwester noch von meinem Papa das alles haben, waschen, Zapferl geben, eincremen, Ärzte fahren und spital, ....
Wir hatten Gott sei Dank schon immer ein Super Familienleben zusammen, aber in so einem Fall wächst man noch mehr zusammen, und der Verlust jetzt ist irrsinnig.
Manchmal fällt es mir leicht, über gewisse Situationen zu reden, wo wir wirklich Spaß miteinander hatten, trotz all den Schmerzen und dem Leid.
Doch jetzt, wo ich so viel Zeit habe, fällt mir oft die Decke auf den Kopf und ich habe manchmal auch gar keine Lust, irgendwas zu unternehmen.
An Bine:
Du schreibst, dass du 2 Minuten zu spät gekommen bist, ich denke Deine Mama war in Gedanken sicher bei dir, als sie einschlief. Ich glaube, dass sie dir die letzten Minuten nicht zumuten wollte bevor sie einschlief und du sie so in besserer Erinnerung behalten kannst.
Meine Mutti hat ja eingeschlafen und - so glaube ich - deswegen auf uns gewartet.
Ich habe nur geheult an ihrem Sterbetag, habe ihre Hand gehalten die sehr sehr dünn und zart war.

Es war wirklich furchtbar, die ganzen Sachen dann mit heim zu nehmen und dort haben wir sie mal in eine Ecke "geschmissen" und eine Weile nicht ausgepackt.

Wenn ich heute zu ihr gehe rede ich immer mit ihr. Ich bilde mir eben ein, dass sie mich hört und mich vielleicht von oben sieht wie ich traurig bin.
Wenn ich dann vom Grab weggehe und bevor ich um die Ecke biege, drehe ich mich jedesmal um und denke mir "Tschüs ich hab Dich lieb". So machte ich es jedesmal, wenn ich aus dem Krankenzimmer ging, das werde ich auch in Zukunft tun. Die Tränen fließen jedesmal in Strömen.

Meine Mutti hat bis zum Schluß gekämpft und eigentlich von keinem gewußt, dass sie es nicht schaffen wird.
Manchmal denke ich, vielleicht hätten wir es ihr in den letzten Tagen, wo sie noch ansprechbar war, sagen sollen. Diese Gedanken krieg ich oft nicht los. War es falsch so zu tun als ob alles wieder gut wird, oder nicht. Die Antwort werde ich wohl nie bekommen.
Wir haben doch sonst über alles gesprochen und gequatscht, aber das nicht.
Liebe Grüße an Euch
Toni
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