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Alt 03.05.2010, 21:56
yagosaga yagosaga ist offline
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Standard AW: jetzt gehts hier weiter...

Liebe sommerregen74,

eine genaue Prognose wird Dir selbst ein seriöser Arzt nicht sagen können. Die Prognosen, die es gibt, sind rein statistischer Natur, und dabei berechnet man eine Lebenszeiterwartung, die aus allen bekannten Krebsgeschichten errechnet wird. Bei einigen Krebsarten ist die Zeit eher kürzer, bei anderen länger. Aber niemand wird voraussagen können, ob der Lebenspartner deiner Mutter sich daran halten wird.

Im Moment sind aus meiner Sicht andere Dinge wichtig. Diese Diagnose ist ein Schock, der erst einmal verdaut werden will. Die Gefühle fahren Achterbahn. Todesfurcht kann auftreten und eine tiefe Traurigkeit auslösen. Ich finde es ganz wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich der Lebenspartner aussprechen kann. Er darf alles sagen, was ihn bewegt, denn das Reden hilft und entschärft viele Gefühle. Natürlich setzt das bei Euch voraus, dass ihr die Kraft habt, das auszuhalten. Wie ist das, wenn er plötzlich über seinen bevorstehenden Tod sprechen möchte? Könnt ihr das zulassen ohne gleich zu protestieren und ihn auf Hoffnung festzunageln?

Hoffnung ist eine ganz scheue Pflanze, die in einem Krebskranken erstmal wachsen will. Sie kommt nicht von alleine. Sie braucht guten Boden, auf dem sie Wurzeln schlagen kann. Hoffnung kann ich mir nicht vornehmen.

Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sind der beste Boden, und oft stehen erst einmal die anderen Schreckgespenster im Vordergrund.

Vielleicht hilft das für's erste.

Viele Grüße
Ecki
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