AW: Kommt jetzt das Ende?
Liebe Ute,
ich verstehe Dich sehr gut. Wir hatten solche Angst. Vor Papas Tod und die Zeit danach. Und als er sich dann so veränderte, dass wir es sehen und erleben konnten, wie es ihm immer schlechter ging, da funktionierten wir. Ich wünschte mir erstmal nur, dass er endlich sterben darf und war regelrecht erleichtert, als er wirklich gestorben ist. Das Schlimme für uns war, dass er so gekämpft hat und wir so machtlos daneben standen. "Schmerzbedingte Unruhe" stand nachher auf dem Schein, mit dem er Morphium verschrieben bekommen hat.
Diese schmerzbedingte Unruhe haben sie nicht geschafft, ruhig zu stellen, dass war so grausam für uns.
Deswegen fühlten wir diese Erleichterung, als es nach drei Tagen endlich vorbei war.
Meine Mama wollte es nicht wahr haben, dass Papa jetzt tot war, und genau dass ist das Problem. Erst die Pflege rund um die Uhr, die Aufgabe für ihn da zu sein und dann nichts mehr. Nur noch Ruhe. Und dann geht das Leben weiter und so viele Sachen erinnern einen an den Anderen. Auch viele Sachen die man plötzlich alleine erledigen muss, die sonst der Partner gemacht hat. Das ist schwer und läßt einen verzweifeln.
Doch ich glaube, meine Mama lernte nach und nach auch eine Selbstständigkeit, die sie jetzt schon ein wenig genießt und stolz macht, auch schwierige Sachen alleine zu meistern....
Ich bin sicher, auch Du wirst die Zeit der Trauer erleben, die Zeit der Verzweiflung und Aussichtslosigkeit, aber dann wird es Dir langsam wieder besser gehen... Es wird dauern, es wird noch von heute auf morgen sein und jeder braucht individuell Zeit, aber ich denke, früher oder später schafft es jeder. Das wünsche ich Dir von ganzem Herzen.
Alles Liebe und Gute
Petra
P.S. Wie steht es denn im Moment um Deinen Mann?
Petra
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In liebevoller Erinnerung
(Foto 17.09.07)
Manfred 10.07.45-07.06.08
Leise kam das Leid zu dir, trat an deine Seite,
schaute still und ernst dich an, blickte dann ins Weite.
Leise nahm es deine Hand, ist mit dir geschritten,
ließ dich niemlas wieder los, du hast viel gelitten.
Leise ging die Wanderung über Tal und Hügel,
und uns war´s, als wüchsen still deiner Seele Flügel.
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