...nach der Lungen-OP
Hallo Gunter,
ich kann Dich sehr gut verstehen, dass Du sauer bist. Sag mal, grassiert unter den Weisskitteln derzeit eine Wir-sind-die-Grössten-und-alle-anderen-Idioten-Seuche oder so ähnlich. Ich habe den Eindruck, dass die irgendwie alle ziemlich durchgenkallt sind.
Zuerst zu Dir: Jetzt geschieht also bei Dir 10 Tage lang mal gar nichts? Unglaublich. Und Iressa, das wird meines Wissens nur bei nicht Kleinzellern eingesetzt. Wenn ich das richtig verstanden habe, zweifeln Du und Deine Frau ja schon lange an Deiner Diagnose. Warum hat denn das nie einer ernst genommen und ist darauf eingegangen? Und jetzt lässt man Dich einfach in der Luft hängen und warten. Dabei läuft doch die Zeit davon und es muss dringend was geschehen. Gunter, ich bin genauso stinkig wie Du, bei uns machen die nämlich im Moment auch, was sie wollen.
Da hat doch gestern ein Klinikarzt meinen Vater angerufen und ihm mitgeteilt, er müsse am 15. April ins KH eintreten, seine OP sei für den 16. angesetzt, schriftliches Aufgebot folge, Punkt, Ende. Mein Vater ist aus allen Wolken gefallen und hat gefragt, was denn mit einem Vorgespräch sei, bei dem meine Ma und ich dabei sein wollen. Da sagte der Typ, eigentlich sei ja alles gesagt, aber wenn wir unbedingt wollten, dann könnten wir ja noch mal anrufen. Meinem Vater hatte man einfach gesagt, ohne OP gehe es nicht und es werde eine sehr schwierige OP, das ist alles. Wir haben noch nie einen Chirugen zu Gesicht bekommen und haben doch noch eine Menge Fragen. Mein Vater wird jetzt einen Termin verlangen, ob das denen passt oder nicht. Ich verstehe einfach nicht, warum die Aerzte nicht besser mit den Patienten und Angehörigen zusammenarbeiten, das macht es doch nicht komplizierter, im Gegenteil.
Komm, wir gehen in die Schmollecke bis wir uns abgeregt haben.
Liebe Grüsse
Esther
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