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Alt 16.04.2004, 10:55
Gast
 
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Standard Lungenkrebs und Metastasen

Hallo Susanne,
ja,unsere Geschichte ähnelt sich sehr!Danke für Deine tröstenden Worte.Du weißt es schon seit Januar;wie hast Du gelernt,damit umzugehen?
Das schlimme ist,dass ich eigentlich nie ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter hatte.Sie hat sich immer alles rausgenommen und es nie für nötig gehalten,sich mal zu entschuldigen.Im September 03 ist es eskaliert,sie hat mir jede Menge böse Dinge gesagt und der Kontakt ist abgebrochen.Habe aber immer Kontakt mit meiner Schwester gehabt,die regelmäßig bei meiner Mutter war.So habe ich immer erfahren,wie es meiner Ma geht.Vor 4 Wochen rief mich meine Schwester an,dass es ihr sehr schlecht geht,sie hätte den linken Arm gelähmt.Aber meine Ma ist mal wieder nicht zum Arzt gefahren!Kurzerhand hat meine Schwester sie in KKH gebracht.Nach ca. 3Tagen Untersuchungen hatten die den Verdacht auf Tumor im Kopf.Bis dann letzten Mittwoch die Hiobsbotschaft kam.Meine Schwester hat dann meine Mutter gefragt,ob ich sie mal anrufen dürfte.Also rief ich meine Mutter dann an.Unser 1. Gespräch seit über 7 Monaten.Ich wußte vor Schmerz gar nicht,was ich sagen soll.Aber wir redeten,als hätten wir nie Streit gehabt.Ich mache mir jetzt Vorwürfe,dass ich 7 Monate weggeschmissen habe.Ich habe darauf gewartet,dass meine Mutter sich das 1.Mal in meinem Leben bei mir entschuldigt--aber es kam nichts.Wir haben meiner Mutter noch nicht gesagt,wie ernst es ist,nur so langsam müssen wir es tun,denn meine Schwester hat selber MS und nicht die nervliche Kraft,sich komplett um meine Mutter zu kümmern.Sie will wieder nach Hause;da wäre sie aber ganz allein.Stellenweise ist sie so schwach,dass sie noch nicht mal alleine gehen kann.Meine Schwester und mein Schwager arbeiten aber den ganzen Tag.Ich bin zu weit weg.Habe ihr aber angeboten,bei mir zu wohnen,aber das will sie nicht.Meine Kinder wären ihr zu anstrengend und sie will so lange wie möglich selbstständig bleiben.Ich kann doch aber meine Kinder nicht wegen ihr weggeben!!!Es bleibt wahrscheinlich nur ein Hospiz.Wir wissen nicht,wie wir ihr das beibringen sollen,dass sie nicht mehr alleine leben kann? Es wäre unverantwortlich,wenn wir sie alleine zu Hause lassen würden.Ich hätte sie so gerne bei mir,um noch so viel Zeit wie möglich mit ihr zu verbringen-wer weiß,wie lange das noch ist!!Obwohl ich weiß,dass ich wahrscheinlich nervlich kaputtgehen würde.Denn meine Schwester sagt,dass meine Ma angefangen hat,sie herumzukommandieren.Früher,wenn meine Ma bei mir zu Besuch war,hat es meist 2 Tage gedauert,bis es Streit gab.Sie kann nicht mit Kindern umgehen,alles was meine Kleinen machen,stört sie.Sie möchte noch nicht mal,dass ich sie mit meinen Kindern besuchen komme.Also kann ich nur alle 14 Tage hinfahren,wenn die Kids bei Ihrem Vater sind.Das ist mir aber zu wenig.Die Situation ist total verzwickt!Wenn sie bei mir wohnen würde,wäre es unglaublich anstrengend,weil wir wie gesagt,nie ein gutes Verhältnis hatten,sie hat immer auf mir herumgehackt,nichts was ich machte,war gut genug.Aber trotzdem möchte ich sie bei mir haben,sie auf diesem schweren Weg begleiten.aber ich komme nicht an sie ran.Was soll ich bloß tun? Ich habe Angst,dass irgendwann der Anruf meiner Schwester kommt,dass meine Ma gestorben ist.Und ich hatte nur sooo wenig Zeit mit ihr!!!Möchte so gerne die Vergangenheit vergessen,egal,wie schwer es wird!Meine Kinder würden wahrscheinlich auch darunter leiden,wenn sie bei uns wohnen würde,aber ich würde das in Kauf nehmen und noch mehr für meine Kinder dasein und für meine Ma.Ich würde sogar meine berufliche Umschulung erst mal wieder auf Eis setzen,nur um sie bei mir zu haben.Meine Nerven liegen so wahnsinnig blank....
drück Dich und alle anderen auf diesem Verzweiflungsschiff!!
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