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Alt 23.11.2010, 16:34
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Jule66 Jule66 ist offline
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Standard AW: Fatale Diagnose nach 3 Monaten / Fehlbeurteilungen / Verzögerungen

Hallo Uli,

zunächst einmal tut es mir sehr leid für euch,dass Eure Mutter wieder erkrankt ist.
Im großen und ganzen kann ich keinen groben Behandlungsfehler erkennen.

Zu 1. Die Nachsorge wird sehr unterschiedlich,auch in Absprache mit dem Patienten ,gemacht.Der eine Patient wünscht sich viel Nachsorge,der andere wenig.
Lungen-CT kommt in keiner Nachsorge vor und Lungenmetastasen sind auch nicht der Hauptrisikofaktor bei BK.
Das sind die Knochenmetastasen-auch hierbei ist es abhängig,welchen Tumor(welche Tumorbiologie) man hat.
Zu 2. ich denke,4Wochen vorher waren die Metas noch so klein,dass sie nicht zu sehen waren.Auch ist es so,dass die bildgebenden Verfahren keine Garantie sind,dass da auch nichts ist.Tatsächlich können diese sehr schnell wachsen-viel schneller als der Primärtumor.Mit G3 und Her2 neu positiv ohne Hormonrezeptoren scheint es ein sehr aggressiver Tumor zu sein.
Zu 3. bei mir wurde noch nie der LHD Wert gemessen,es ist kein gängiger Wert für Tumorerkrankungen,dafür ist er viel zu unspezifisch.Bei jeder Entündung geht er in die Höhe.
Zu 4. es wäre besser und richtiger gewesen,den Husten sofort abzuklären,nicht erst nach 3Wochen.Hier sehe ich auch verzug,der nicht in Ordnung ist.
Zu 5. Die 10Tage bis zum Therapiebeginn: das Warten ist für den Erkrankten und die Angehörigen sehr belastend.Aber: so kurz nach der Primärchemo ist es schwierig,sofort ein neues Behandlungskonzept aus dem Ärmel zu schütteln,also wird erst mal eine Tumorkonferenz ins Leben gerufen.Bei dieser kommen einige Experten zu Wort und es wird gemeinsam nach der besten Therapie gesucht.Das kann leider ein paar Tage dauern.

Die 4Wochen Wartezeit nach der OP. auch das ist weitgehend normal,der Körper muß sich erst mal von den Strapazen der Op erholen,bevor mit Chemo angefangen wird.
Liebe Uli,
schaut nach vorne,nicht zurück,im Sinne "was wäre wenn". Da ist kein grober Fehler gemacht worden.Deine Mutter muß jetzt erst mal die anstehende Therapie gut überstehen,alles andere ist unwichtig zur Zeit.
Deine mutter vertraut dem Onkologen und das ist gut so.
Euch viel Kraft und alles Gute,Jule
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"Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
Albert Schweitzer