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Alt 22.05.2013, 21:30
Aegis Aegis ist offline
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Registriert seit: 22.05.2013
Beiträge: 11
Standard Lebensmut verloren?...

Hallo,

ich weiß nicht, ob es richtig ist, einen neuen Thread aufzumachen, aber ich würde gern meine Geschichte erzählen, da ich momentan etwas Hilfe gebrauchen könnte...
Also, meine Mutter (48) leidet seit 2 Jahren an Brustkrebs mit Metastasen in den Knochen und, seit letztem Jahr auch im Gehirn und nun wahrscheinlich noch irgendwo, Tests werden noch gemacht. Es gab in den letzten zwei Jahren Höhen und Tiefen, sie war mehrmals im Krankenhaus für Chemo, Bestrahlung an Knochen und Kopf und Brustamputation. Das letzte Jahr war allerdings den Umständen entsprechend in Ordnung, bis vor etwa 2 Wochen. Sie hat unglaublich viel abgenommen, kann kein Essen mehr bei sich behalten und hatte zum Schluss aufgehört ihre Tabletten zu nehmen, weswegen ich den Krankenwagen gerufen habe. Sie ist jetzt seit 3 Tagen dort, ihr Zustand wird immer schlechter und ich hab das Gefühl es wird nichts gemacht. Ich fühle mich auch sehr schlecht, dass ich sie so spät ins Krankenhaus gebracht habe, eigentlich wollte ich das schon eine Woche früher, aber meine Mutter hat immer wieder gesagt, sie möchte nicht, und ich wollte das respektieren, aber es ging einfach nicht mehr.
Sie hängt da jetzt irgendwie am Tropf, wird aber nicht über den Port künstlich ernährt und sonst ist noch nichts passiert. Mittlerweile kann sie nichtmehr aufstehen, ist heute beim Versuch umgekippt, isst meines Erachtens nach überhaupt nichts mehr, sowohl gestern als auch heute waren die Tabletten für den Morgen (ich war nachmittags da) noch unberührt, gestern meinte der Pfleger sogar zu mir, ich solle ihr sagen, dass sie die noch nehmen soll.... Ich möchte ja nichts Schlechtes über Krankenhäuser sagen, weil ich weiß, dass alle viel zu tun haben, aber ich kann das nicht verstehen. Sie haben es auch noch nicht geschafft sich mit ihrer eigentlichen Ärztin in Verbindung zu setzen, scheinen ihre Krankenakte auch nicht zu haben ( die war nach dem letzten Krankenhausaufenthalt dort geblieben), da der Arzt mich heut fragte, ob sie denn einen Port habe...
Es tut mir Leid, dass ich jetzt so abgedriftet bin, aber das hat mich heute wirklich sehr aufgeregt... Ich hab alles dem behandelnden Arzt gesagt, was mir aufgefallen ist und komm jetzt jeden Tag schauen, weil ich mein Vertrauen verloren habe.
Reagier ich da vielleicht über, weil ich so gestresst bin? Oder sollte ich in der Situation vielleicht auch selbst etwas in die Hand nehmen, versuchen ihre Ärztin zu erreichen oder sowas? Ich weiß nciht, was ich tun soll. Der Arzt sagt zwar etwas anderes, aber es kommt mir vor, als hätten sie aufgegeben. Bei meiner Mutter kommt es mir jetzt im Krankenhaus sowieso vor als hätte sie aufgegeben. Sie nimmt ihre Tabletten nicht, versucht nichtmal mehr zu essen und sieht ganz deprimiert aus... Ich trau mich aber nicht direkt zu fragen. Ich hab Angst, dass sie überhaupt nichtmehr leben will und ich hab sie ins Krankenhaus gesteckt... Sie haben auch die Dosis von diesem komischen Medikament Dexamethason erhöht, ich weiß gar nichtmehr wozu das gut ist, aber das hat sie letztes Jahr und das Jahr davor schon ganz irre gemacht... Mich macht es total fertig, dass ich das alles entscheiden soll. Ich möchte nichts falsch machen, aber das mach ich sowieso schon...
Ich (20 Jahre) kümmer mich jetzt seit 2 Jahren weitgehend allein um meine Mama, das erste Jahr gings noch ganz gut, ich hatte viel Zeit im letzten Abijahr, hab jeden Tag gekocht, drauf geachtet, was sie isst, sie begleitet zu Terminen... Seit ich angefangen hatte zu studieren hatte ich weniger Zeit, konnte mich nicht mehr so viel kümmern, da hat mein älterer Bruder sich mehr gekümmert. Ich hab mein Studium jetzt abgebrochen und nur einen Nebenjob angenommen, aber meine Kraft ist langsam aufgebraucht. Wir wohnen eigentlich zu dritt in einer Wohnung, aber mein Bruder kümmert sich nicht wirklich, wenn sie im Krankenhaus ist. Ich hab noch eine Tante in der Nähe, die mir aber letztes Jahr schon gesagt hat, dass sie sich nicht stark genug fühlt um sich immer zu kümmern, aber zur Unterstützung da ist. Alles bleibt an mir hängen und ich kann bald nicht mehr... Ich sag allen anderen sie sollen sie nicht unbedingt besuchen kommen, weil es kein schöner Anblick ist, aber mich selbst kann ich da nicht einbeziehen. Ich fühle mich verpflichtet...
Der Arzt meinte, ich soll mir Gedanken machen, wie es nach dem Krankenhaus weitergeht, sollte sie nicht mehr nach Hause können...
Wär vielleicht ein Hospiz oder ein Pflegeheim oder sowas eine Option? Muss man da etwas bezahlen? Wir haben nicht so viel Geld...
Ich werde wohl erstmal abwarten müssen, was die angkündigten Tests ergeben.... Die anderen Ärzte meinte aber eigentlich letztes Jahr schon zu mir, dass sie schon so viel getan haben, eine weitere Behandlung hat keinen Sinn...
Wir haben es in dem Jahr nichtmal geschafft die Patientenverfügung auszufüllen... is das wichtig? oder lassen sie mich als nahen Angehörigen auch so Entscheidungen treffen?
Ich kenn mich mit dem Papierkram überhaupt nicht aus, da hat immer meine Mama geholfen, aber die ist jetzt kaum ansprechbar...

Ich wäre sehr dankbar, wenn jemand ähnliche Erfahrungen hat und mir helfen kann, oder sonst etwas weiß... ich fühl mich so allein mit der ganzen Situation.

Vielen Dank schonmal im Voraus.
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