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#11
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Hi Ihr Lieben,
dann will ich die Ruhe doch mal kurz unterbrechen und ein Lebenszeichen schicken.Bei uns geht alles seinen Gang ... stetig bergab... Heute war der medizinische Dienst wegen der Pflegestufe da - am Ende vom Gespräch "entschuldigte" sich die sehr nette Dame zwischen den Zeilen beinahe dafür, dass sie uns nicht die Pflegestufe II bewilligen bzw. befürworten kann. Die Pflegestufe I ist damit wohl durch. Heute morgen habe ich meinen Mann mit Blick auf den Besuch auch mal wieder auf die Waage gestellt - mit Erschrecken musste ich feststellen, dass er innerhalb der letzten zwei Wochen weitere drei Kilo abgenommen hat. Kein Wunder, dass ich das Gefühl habe, er wird immer "durchscheinender"... Leider wird er auch immer granteliger... von einer Minute zur nächsten kippt seine Stimmung ab und er wird aggressiv wegen nichts. Meistens kriege ich das dann ab, einfach weil ich da bin - manchmal tobt er sich dann im Beschimpfen von abwesenden Außenstehenden aus. Das kann dann unsere Tochter sein, meine Schwester, aber auch Obama oder Steinmeier. Hauptsache, er kann zetern... mich machen solche Ausbrüche zunehmend hilflos und sprachlos. Aber vielleicht bin ich derzeit auch einfach sehr erschöpft. Mein Mann spricht auch dauernd davon, dass ich mich krankschreiben lassen soll - aber ganz ehrlich: das Büro empfinde ich derzeit eher als Entlastung, weil ich mal rauskomme und Luft holen kann. Sobald ich zuhause bin, soll ich wie ein kleiner Satelit um ihn herum kreiseln... es geht so weit, dass er mir eifersüchtig vorhält, wie viel (zu viel ?) Zeit ich für unsere Tochter habe... Die Pausen für mich selbst muss ich mit viel List und Tücke suchen. Ja, ihr lest richtig ... ich bin heute ganz gegen meine Gewohnheit etwas selbstmitleidig... aber es zur Zeit einfach ein schweres Päckchen, das ich zu tragen habe. Auch wenn mein Mann meint, das würde nicht stimmen... Als ich gestern abend in einigermaßen guter Stimmung mal sagte, dass ich zur Zeit schon einiges an Belastung auszuhalten habe, meinte er nur "Wo denn ? Wieso ist MEINE Krankheit eine Belastung für dich ? Ich seh NIX von einer Belastung !" Ergänzend dazu kam dann noch, dass sein Tod doch für mich dann auch nur eine Entlastung wäre (obwohl jetzt keine Belastung ?) - ich sei finanziell doch abgesichert mit unserer Tochter und könnte dann entspannt zur Tagesordnung übergehen. Ja, wenn ich das zugrunde lege, dann brauche ich mich nicht zu wundern, dass er mir immer noch mehr "Aufgaben" aufbürdet - wenn er der Meinung ist, dass ich derzeit doch keine zusätzlichen Belastungen ertragen muss... Dabei glaube ich, dass er eigentlich genau weiß, wieviel ich derzeit zu (er)tragen habe - nur er hält es nicht aus, dass ich soviel für ihn tue, weil er sich schuldig fühlt und gleichzeitig das Gefühl hat, er sei mir etwas schuldig - ein Zustand, der für ihn wirklich (schon immer) unerträglich ist. Also redet er alles klein, was ich derzeit leiste, damit auf der "großen Rechnung", die nur er selbst aufmacht, der Posten zu seinen Ungunsten möglichst gering ausfällt. Aber auch wenn ich das im Kopf alles nachvollziehen kann, macht es mir das Herz manchmal ganz schön schwer, wenn er mir gegenüber so garstig ist. Liebe Grüße ![]() Grisu
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"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht." (Vaclav Havel) |
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