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Alt 24.10.2010, 16:39
Benutzerbild von HelmutL
HelmutL HelmutL ist offline
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Registriert seit: 03.03.2007
Ort: Dreiländereck
Beiträge: 1.986
Daumen hoch AW: Fragen an die, die hinterlieben sind!

Hallo Annika,

ich denke, niemand wird dir sagen können, was wann ist oder wie sein wird. Jeder trauert auf seine ganz persönliche Art und Weise, auch wenn es viele Parallelen und Ähnlichkeiten gibt. Auch an Zeiten kann man die Intensität der Trauer nicht festzurren.

Bei mir selbst sind es heute auf den Tag genau 2 Jahre und 8 Monate her. Ich habe mich, notgedrungen, damit abgefunden, es akzeptiert, dass ich alleine bin und versuche, das Beste draus zu machen. Ich habe einen Nebenjob, der mir sehr viel Spass macht, meine Töchter, meine Enkel lieben mich und brauchen mich auch. Ansonsten hab ich viel Freizeit, in der ich versuche so gut und fröhlich zu leben, wie möglich. Ich geniesse das Leben, weil ich so leben kann, wie ich es will. Auch, wenn ich es mir so nicht ausgedacht habe.

Ich kann dir nur Geduld empfehlen. Geduld mit dir und Mut, auf die Trauer zu zu gehen. Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt. Wenn man das mal begriffen hat in seiner ganzen Vielfalt, dann ist die Trauer nicht mehr so schwer. Wer die Kälte nicht kennt, weiss die Wärme nicht zu schätzen. Ohne Weinen kein Lachen. Ohne Vergangenheit keine Zukunft. Ohne Tod keine Geburt. Erst diese Gegensätze machen das Leben zum wirklichen Leben. Das war immer so, ist so und wird immer so sein. Genauso, wie die Geburt eines Kindes begleitet ist von überschwenglichem Glück und rauschenden Festen und man sich zeitlebens mit einem Lächeln daran erinnert, so ist es auch die Trauer, wenn ein geliebter Mensch verstirbt, die uns für den Rest unseres Lebens begleitet.

In der heutigen modernen Gesellschaft ist alles nur noch gut, positiv und schön. Wir sind alle jung, stark und dynamisch. Niemand wird krank (schliesslich gibt es für alles eine "Tablette") oder alt (solange man jung und erfolgreich ist). Niemand macht sich Gedanken über Alter und Krankheit, wir liegen bequem in einer sozialen Hängematte. Der Tod? Ha, weit weg. Uns kann nichts passieren. Bis es dann knallt. Das ist eine gefährliche Schieflage in unserer Gesellschaft. Das Ergebnis kann man sich unter der Brücke, in der Eckkneipe, beim Psychiater oder beim Psychotherapeuten ansehen.

Such dir deinen Weg und geh ihn mit mit deinem Blick nach vorne. Wenn du dich auf deine Füsse stellst, deine Energie nach vorne richtest, kannst du deine Zukunft durchaus beeinflussen. Deine Vergangenheit ist Vergangenheit. Du kannst das!!


Alles Liebe

Helmut
__________________
Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
http://www.krebs-kompass.org/howthread.php?t=31376
http://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=48070

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