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  #1  
Alt 15.09.2012, 21:28
annatana annatana ist offline
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Registriert seit: 25.03.2012
Beiträge: 8
Standard AW: Darmkrebs und LEBERmetastasen

Liebe Eithne,
vielen lieben Dank für die netten Worte. Die Mutter zu verlieren ist auch eine schlimme Erfahrung. Ich habe zwar meine Mutter noch, aber mein Vater ist schon gestorben und das war auch eine schlimme Zeit. Ich versuche mich im Moment etwas abzulenken mit Arbeit, putzen, einkaufen. Wenn ich dann im Laden stehe und etwas kaufe, dann fährt es mir manchmal wie ein Dampfhammer in den Magen: Jetzt muss ich auf Singleportionen umsteigen! Sogar so eine Kleinigkeit wirft Dich im Moment aus der Bahn. Wir haben eine Urnenbeisetzung gewählt, weil mann Mein nicht von hier ist. Bei der Beisetzung können sich dann auch noch seine dortigen Freunde und Verwandten von ihm verabschieden. Dann nach einer Woche fahre ich auf seine Lieblingsinsel in der Nordsee. Wir hatten die erste Oktoberwoche reserviert, obwohl ich schon wusste, dass das nichts mehr wird, aber ich wollte ihm die Hoffnung nicht nehmen. Ich habe zwar immer gesagt, dass ich dort nie wieder hinfahren kann, aber jetzt habe ich den Drang ganz alleine hinzufahren und all die Stätten abzulaufen, an denen er so glücklich war. Wenn dann diese Woche vorbei ist, hoffe ich, etwas Ruhe zu bekommen und begreifen zu können, dass mein Liebstes nicht mehr bei mir ist.

Allen anderen, die ebenfalls so eine Erfahrung machen mussten, wünsche ich alles erdenklich Gute und auch viel Kraft, damit man irgendwann einmal wieder Freude empfinden kann und auch wieder lächeln kann.

Alles Liebe
Anna
  #2  
Alt 16.09.2012, 02:00
Claudi33 Claudi33 ist offline
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Registriert seit: 29.10.2009
Beiträge: 51
Standard AW: Darmkrebs und LEBERmetastasen

Liebe Anna,
oh nein... ich lies davon, und mir ist selber wieder zum heulen!!
Ich kann Dir so gut nachfühlen wie es Dir geht, und es tut mir so unendlich leid... Was ich super finde, dass Du das zu Hause so durchgezogen hast/es so geklappt hat... für mich/uns waren diese Stunden danach auch nochmal so wichtig! Ich war zwar schwanger und alle haben mich belehrt... aber auch ich bin immer wieder zu ihm hin, hab meinen Dady geküsst und mit ihm geredet und haben uns für Alles nochmal bedankt... Für mich war mein Papa immer der Allerallerwichtigste Mensch in meinem Leben, und das bleibt er!! Ich weiß noch die erste Zeit, man ist so viel mit Nachdenken beschäftigt, alles läuft nochmal ab, aber es wird besser/anders. Es gibt mitlerweile Stunden an denen ich nicht mehr ständig an ihn denken muß. Weiß nicht, wie lange es dauert bis man nur noch an die schönen Zeiten denken kann?? Aber die Tränen werden weniger.. Die Zeit heilt alle Wunden, wenn man auch immer mal wieder "herunter gezogen wird".. Man klammert sich wirklich an alles was einem an den geliebten Menschen erinnert, und ich bereue es heut noch, dass wir sein Auto verkauft haben... einfach jede Erinnerung (Fotos etc.), wo man Anfangs vielleicht denkt, besser man gibt sie weg, ist im Nachhinein eine Bereicherung - für mich zumindest und darüber kann ich mich dann auch mitlerweile freuen.
Ich hoffe Du bekommst Dein Leben schnellstmöglich wieder geregelt und kannst auch schnellstmöglich wieder Lebensfreude verspüren.
Ich drück Dich ganz fest und wünsche Dir, dass Du im Urlaub ganz viel Kraft "tanken" kannst für die weitere Zeit...
Ganz liebe Grüße
Claudia
  #3  
Alt 16.09.2012, 11:21
Skydog Skydog ist offline
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Registriert seit: 07.06.2012
Beiträge: 5
Standard AW: Darmkrebs und LEBERmetastasen

Hallo Ihr Lieben,

nachdem Ihr mir im Juni über die ersten Schockzustände geholfen habt und sich mittlerweile mein Leben wieder etwas "normalisiert" hat, möchte ich mich mal wieder melden.

Doch zuvor möchte ich Anna mein tiefstes Mitgefühl ausdrücken. Ich bewundere Dich, wie stark Du bist und mit welcher Liebe und Opferbereitschaft Du Dich um Deinen Mann gekümmert hast. Ich wünsche mir - sollte der Zeitpunkt eintreten - dass ich genauso stark wie Du sein kann.

Meine über alles geliebte Frau beendet Anfang Oktober mit der 6. Chemo Ihren ersten Zyklus. Anschließend finden Blut- und CT-Untersuchung statt, gefolgt von einem Gespräch mit dem Onkologen, bei dem der weitere Verlauf und/oder OP-Termin für die Entfernung des Darmkrebses festgelegt wird.

Die ersten vier Chemos hat sie super vertragen, die einzigen Nebenwirkungen war die Kälteempfindlichkeit in den Fingern. Die letzten Dienstag durchgeführte fünfte Chemo hat sie nun etwas schwerer verkraftet, nun kommt eine ständige Übelkeit und permanente Abgeschlagenheit hinzu.

Trotzdem bin ich weiterhin begeistert, mit welch einer positiven Ausstrahlung und Einstellung meine Frau den Kampf annimmt. Durch ihre optimistische Art, die Krankheit zu besiegen, hat sie ihr Umfeld, besonders aber auch mich, wieder "zurück ins Leben geholt". Ich glaube mittlerweile selber daran, dass wir den Krieg gegen diese verteufelte Krankheit gewinnen werden.

Die zwischenzeitlichen Ergebnisse der Blut- und Ultraschalluntersuchungen des Onkologen (Absinken des Tumormarkers, Verkleinerung der Metastasen, keine neuen Metastasen) bestärken uns nur darin, nicht aufzugeben.

Was mich traurig stimmt, ist die Erkenntnis, dass man erst mit so einer Erfahrung feststellt, wie wertvoll das Leben ist. Bisher haben wir immer nur gelebt um zu arbeiten und auch manche Tage durch sinnloses Handeln oder Streben nach beruflicher Anerkennung verschenkt oder sogar weggeworfen. Nun sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass jeder neue Tag ein Geschenk ist und man dieses in höchstem Maße würdigen sollte.

Zum Beispiel wäre ich vor einem halben Jahr nie auf die Idee gekommen, spontan eine einwöchige Reise nach Prag zu machen. Dies haben meine Frau und ich im Juli gemacht und es war mit einer der schönsten Momente in unserer Beziehung und auch in meinem Leben. Diese Spontanität sowie auch das Leben zu genießen, war für mich eine komplett neue Erfahrung und ich kann nur jedem empfehlen, sein Leben bewusster zu gestalten.

Ich wünsche allen in diesem Forum noch einen schönen Sonntag

Skydog
  #4  
Alt 08.10.2012, 22:04
Faith Faith ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 09.01.2010
Ort: Homburg Saar
Beiträge: 91
Standard AW: Darmkrebs und LEBERmetastasen

Liebe Anna,
habe gerade deinen Beitrag gelesen. Ich haben meinen Schatz am 2. Februar 2011 verloren. Ich kann dir versprechen es wird ein wenig besser, aber es wird nie ganz aufhören weh zu tun. Gerade wenn man dann von jemanden liest der das gleiche durchmachen musste. Ich sitzte jetzt wieder hier und weine. Nimm dir Zeit zur Trauer und rechne damit dass dein Umfeld nicht immer Verständnis dafür haben wird. Daran darfst du dich aber nicht stören. Die können nicht wissen wie es dir geht.
Ich wünsche dir viel Kraft und alles gute.
Skydog euch wünsche ich weiterhin alles gute.
__________________
Mein geliebter Patner Norbert
Dezember 2009 Darmkrebs, Metastasen in der Leber
Dezember 2009 Darm OP
Komplikationen Eiter in der Wunde, offene Darmfistel
2010 Chemo,
Oktober 2010 Metastasen haben sich verkapselt
Januar 2011 Norberts Zustand verschlechtert sich
2. Ferbruar 2011 Norbert ist für immer von mir gegangen
  #5  
Alt 15.10.2012, 21:13
annatana annatana ist offline
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Registriert seit: 25.03.2012
Beiträge: 8
Standard AW: Darmkrebs und LEBERmetastasen

An alle die mir Verständnis und Mitgefühl gezeigt haben - DANKE! Es tut gut zu wissen, das man verstanden wird. Jetzt ist es schon fast 6 Wochen her und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht weinen muss.

Die Urnenbeisetzung war noch einmal eine Kraftprobe, dann die Fahrt an die Nordsee (fast 1000 km einfach). Alles auf der Insel hat mich an ihn erinnert, ich habe sogar in unserer gewohnten Ferienwohnung gewohnt. Einmal morgens habe ich beim Aufwachen gedacht: Es ist so ruhig in der Wohnung, wahrscheinlich holt er die Brötchen! Bis der Schmerz kam - er holt nie wieder Brötchen für uns!

An manchen Tagen denke, heute geht es aber gut und dann kommt doch noch der Hammer! Manchmal sind es Kleinigkeiten, oft aber sind es die Bilder seiner letzten zwei Wochen, die ich nicht aus meinem Kopf bekomme und die mir unglaublich weh tun. Obwohl ich denke, dass ich mein Bestes versucht habe, habe ich trotzdem ein schlechtes Gewissen wegen einigen Sachen. Z. B. habe ich ihn an seinem Todestag morgens noch in den Pflegestuhl gesetzt um sein Bett zu beziehen. Als ich dann sah, dass er sich schlecht aufrecht halten konnte, habe ich die Diakonie angerufen und darum gebeten, dass am nächsten Tag jemand kommt und mir zeigt, wie man jemanden im Bett umzieht, wäscht und pflegt. Dazu ist es aber nicht gekommen. Warum habe ich ihn nur so einer Belastung noch ausgesetzt! Aber andererseits war er immer auf Sauberkeit und Ordentlichkeit bedacht und ich wollte ihm auch im Pflegebett seine Würde lassen und ihn nicht in einem fleckigen Laken liegen lassen. Es ist so schwer, diese Gedanken aus dem Kopf zu bekommen!

Mit jedem Vertrag, mit jedem bürokratischen Schritt, habe ich das Gefühl ihn auszulöschen! Einfach überall seinen Namen zu streichen - das ist echt hart. Obwohl es sein muss, fällt es mir schwer. Aber ich vertraue auf die vielen Erfahrungen, die Ihr schon machen musstet: Es wird sicher etwas besser, man muss nur Geduld haben.

Allen anderen, die kämpfen - z. B. Skydog mit seiner Frau - wünsche ich, dass Ihr nie diese Erfahrung machen müsst. Alles, Alles Liebe und Gute und viel Glück für Euren weiteren Weg.

Ich denke, ich will Euch nicht weiter 'runterziehen mit meiner Geschichte, wahrscheinlich wechsle ich - wenn ich das Bedürfnis habe mich auszutauschen - in das Forum für Hinterbliebene. In dieses Forum passe ich leider nicht mehr hinein. Ich wünschte, es wäre anders.

Alles Gute für Alle
Anna
  #6  
Alt 05.11.2012, 17:09
Alpenveilchen Alpenveilchen ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 09.11.2010
Ort: Im hohen Norden
Beiträge: 387
Standard Lebermetastasen mit Äthanol behandeln?

Hat jemand Erfahrung mit der Behandlung von Lebermetastasen mit hochprozentigem Äthanol? Die Methode wird wohl bei Leberkrebs angewandt, wenn der Tumor nicht grösser als 5 cm ist und nicht operativ entfernt werden kann. Dann wird mit Hilfe von Ultraschall Äthanol in den Tumor injiziert. Ich weiss jedoch nicht, ob der Effekt bei durch Darmkrebs verursachten Lebermetastasen dergleiche ist. Hat jemand mit dieser Methode Erfahrung?

Liebe Grüsse
vom Alpenveilchen
  #7  
Alt 21.11.2012, 01:29
Benutzerbild von heike_mike
heike_mike heike_mike ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 10.07.2008
Ort: Chemnitz
Beiträge: 2.203
Standard AW: Darmkrebs und LEBERmetastasen

Liebe Anna,seit langen bin ich mal wieder hier und habe gerade gelesen das du deinem Mann gehen lassen mußtest.
Deine Frage war ob es irgendwann besser wird,nicht mehr so weh tut.
Heute kann ich dir sagen das wird es.
Man denkt auch an die schönen Zeiten und kann bei manchen Geschichten lachen.
Es hat lange gedauert das nicht bei jeden Lied was uns verband bei jeden Wort was ihn betraf die tränen kamen.
Solche Tage gibt es immernoch und das ist auch gut so denn man will ja gar nicht vergessen doch es ist aushaltbar.

Was auch stimmt das viele dich oft nicht verstehen können.wie auch sie haben es nicht erlebt.
Sei nachsichtig sie meinen es nicht böse.

Viel kraft für dich.
LG Heike
__________________

gekämpft, gehofft und doch verloren

MEIN ENGEL *24.02.1969 + 30.03.2010
IN HERZ UND GEDANKEN FÜR IMMER BEI MIR
DEINE NULPE



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